Fast 70 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 hat Polen die Zahl seiner Kriegstoten nach unten korrigiert. Beauftragt mit der Überprüfung der polnischen Opferzahlen war das polnische Institut des Nationalen Gedenkens.
Die Nachforschungen des Instituts kamen von 1939 bis 1945 etwa 5,62 bis 5,82 Millionen Polen ums Leben, darunter rund drei Millionen polnische Juden. Das sind mindestens 208.000 Tote weniger, als man bisher in Polen annahm. Bisher war man immer von 6,028 Millionen polnischen Opfern ausgegangen.
Die bisherigen Zahlen waren nach dem Krieg von den kommunistischen Behörden festgeschrieben worden. Die Zahlen basierten damals jedoch fast ausschließlich auf Schätzungen.
Nach Angaben der polnischen Wissenschaftler vom Institut für Nationales Gedenken starben in der Zeit der deutschen Besatzung in Polen 5,47 bis 5,67 Millionen Menschen. Weitere rund 150.000 Menschen kamen nach dem Einmarsch der Roten Armee in Ostpolen unter sowjetischer Besatzung ums Leben. Die Zahl der nach Sibirien deportierten Polen wird nun auf 320.000 beziffert. Vorher war man von rund einer Million ausgegangen. Beim Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer 1944 kamen nach den Untersuchungen rund 150.000 statt der bisher angenommenen 200.000 Zivilisten bei den Gefechten und Massakern ums Leben.
Im Juni hat das Institut des Nationalen Gedenkens, das in Polen mit der Klärung von Verbrechen der deutschen Besatzung und der kommunistischen Zeit befasst ist begonnen, die polnischen Namen aller bekannten polnischen Kriegsopfer in einer Datenbank im Internet zu verzeichnen, um eine möglichst verlässliche Zahl der Kriegsopfer zu ermitteln.
© 2009, Brigitte Jaeger-Dabek. Alle Texte unterliegen dem Urheberrecht
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