Fremdenfeindlicher Aufruhr in Elk / Masuren

News Das Polen Magazin

In Polen hat es beginnend am Silvesterabend mitten in der masurischen Weltabgeschiedenheit in Elk (Lyck), der Geburtsstadt des Schriftstellers Siegfried Lenz, einen zweitägigen Ausbruch von Fremdenfeindlichkeit gegeben.

Nach rassistischen Provokationen der im Imbiss Beschäftigten und dem Diebstahl zweier Getränke im Imbiss „Prince Kebap“ in Elk (Lyck),  durch einen mehrfach vorbestraften 21-jährigen Polen eskalierte die Lage.

Als der Pole Böller in den Imbiss warf, verfolgten ihn der 26-jährige tunesische Koch und der aus Algerien stammende eingebürgerte Besitzer. Im Handgemenge stach der Tunesier den jungen Polen nieder, der noch am Tatort verstarb. Vor der Tat waren die vier im Imbiss Arbeitenden nach Aussagen von Augenzeugen bis aufs Blut rassistisch provoziert, schikaniert und beleidigt worden sein.

In der Silvesternacht schien die Polizei die Lage unter Kontrolle zu haben, der mutmaßliche Täter und seine drei Arbeitskollegen waren in Gewahrsam, es blieb ruhig.

Am Neujahrstag jedoch sammelten sich mehr als 200 „besorgte“ Bürger auf der anderen Straßenseite und feuerten Hooligans und Rechtsradikale an und unterstützten die Zerstörung des Imbisses mit Beifallsgejohle.

Auch am nächsten Tag kam es zu weiteren Gewalttaten, die von fremdenfeindlichen Bürgern Beifall klatschend unterstützt wurden. Die Wohnung des tunesischen Täters wurde zerstört, ein weiterer Imbiss des aus Algerien stammenden inzwischen eingebürgerten Imbissbesitzers. Insgesamt wurden bisher über 25 Personen verhaftet.

Lesen Sie hierzu im Ermland-Masuren Journal diesen ausführlichen Artikel:

Elk: Wenn in Masuren die Volkssele kocht

 

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1419 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".