Noch keine drei Wochen ist die erste Flutwelle in Polen her, die zu Milliarden-Schäden führte, da bringt eine zweite Hochwasserwelle im Süden Polens wieder Verheerungen. Die Menschen in Südpolen sind der Verzweiflung nahe, viele sind schon wieder vom Hochwasser bedroht.
Schuld daran ist neuerlicher tagelanger Starkregen und heftige Gewitter. Eine neuer Flutwelle bildete sich in Südpolen an der Weichsel und deren Nebenflüssen, die Lage wird von Feuerwehrsprechern in einigen Regionen als dramatisch eingeschätzt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Deiche von dem langen Hochwasserscheitel extrem belastet und aufgeweicht waren. Es ist fraglich, wie standhaft die angeschlagenen Deiche und Dämme noch sind.
Derzeit bewegt sich der Hochwasserscheitel im Raum Sandomierz, rund 200 Kilometer südlich von Warschau. Rund 2000 Einwohnern der besonders gefährdeten Stadt wurden aufgerufen, ihre Häuder zu verlassen und an der Evakuierung teilzunehmen, doch die meisten Menschen blieben, obwohl die Stadtteile nach einem Deichbruch schon bei der Mai-Flut überflutet worden war. Zum Teil ist das Wasser der ersten Flut noch nicht einmal ganz abgelaufen. Im nahen Tarnobrzeg wurden mehrere Hundert Menschen aus gefährdeten Gebieten evakuiert.
Im südpolnischen Slupiec hat ein Damm den Fluten nicht standhalten können und brach, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP heute. Nun droht die Gemeinde Szczucin überflutet zu werden. Rund 3000 Menschen müssen nun rasch in Sicherheit gebracht werden.
Weiter im Norden ist Situation nicht viel besser. In Zastow Polanowski überflutete die Weichsel die Dämme genau in dem Raum, in dem schon bei der Mai-Flutwelle 20 Ortschaften überschwemmt worden waren. Der Dammbruch von rund 400 Metern Länge konnte bisher nur provisorisch gesichert werden. Teile von Jaslo sind bereits überflutet, Menschen wurden evakuiert. In Muszyna mussten die bedrohten Menschen mit Hubschraubern gerettet werden.
Nicht nur die Weichsel führt Hochwasser, zahlreiche Nebenflüsse sowie kleinere Flüsse in Südpolen führen Hochwasser und überschwemmen das Land. Im Raum Bielsko Biala unterspülte die Biala eine Eisenbahnstrecke. Ein Zug entgleiste, Menschen wurden aber nicht verletzt.
Nach der Flutwelle kam in den überschwemmten Gebieten im gebirgigen Süden Polens die Erdrutschgefahr. Abrutschende Erdmassen rissen in Klodne bei Nowy Sacz 30 Häuser weg, viele beschädigte Häuser sind einsturzgefährdet. Ebenfalls nach einem Erdrutsch musste die Hauptstrasse zwischen Krakau und Zakopane gesperrtwerden.
Die Lage an der Oder ist noch stabil. Noch geht das Wasser zurück, aber auch dort muss in wenigen Tagen mit einer zweiten Flutwelle gerechnet werden.
Die zweite Hochwasserwelle überschwemmt Teile Südpolens:
Überflutung einer ganzen Siedlung in Piaseczno:
© 2010, Das Polen Magazin. Alle Texte unterliegen dem Urheberrecht
|
|
|
|
|
Linkstage |
|