Karpatenvorland: Restaurierung von Schloss Lancut beendet

Erneuerte Etage wird ab Februar wieder für Besucher geöffnet

Schloss Lancut im südpolnischen Karpatenvorland, Foto: AndrzejO, CC BY-SA 3.0 pl

Schloss Lancut, Foto: AndrzejO, CC BY-SA 3.0 pl 

Nach gut zweijährigen Arbeiten wurde jetzt die Restaurierung von Schloss Lancut im Karpatenvorland abgeschlossen. Die Maßnahmen waren die umfassendsten ihrer Art seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Das Schloss

zählt zu den größten Touristenattraktionen im Südosten Polens.

Die rund fünf Millionen Euro teure Investition umfasste das gesamte zweite Stockwerk, Dach und Dachstuhl sowie Teile des ersten Stockwerkes. Insgesamt wurden 84 Räume restauriert. Dabei kamen an vielen Stellen unerwartete Kostbarkeiten zum Vorschein. So zeigten sich unter Tapeten aus dem 19. Jahrhundert spätbarocke Malereien des italienischen Künstlers Vincenzo Brenna

und in zahlreichen Korridoren entdeckten die Restauratoren unter dicken Farbschichten Fresken aus dem 19. Jahrhundert.

Restauriert wurden auch 140 historische Möbelstücke sowie 65 Lampen und Lampenschirme. Dem Schutz dieser wertvollen Ausstellungsstücke kommt eine neue Klimaanlage zugute. Ein großer Teil der Sammlung sowie das gesamte Gebäude wurden zudem digital erfasst. Das Ergebnis ist auf der Homepage des Schlossmuseums zu sehen. Erneuert wurden auch die Audioführer durch den einstigen Adelssitz. Bis zur Wiedereröffnung des zweiten Stockwerkes müssen sich Besucher allerdings noch ein wenig gedulden. Ende Januar soll die

Rückführung zahlreicher ausgelagerter Möbelstücke und Kunstwerke sowie die Einrichtung der Räume abgeschlossen sein. Ab 1. Februar stehen diese für Gäste wieder zur Verfügung.

Im Schloss Lancut, Foto: myself (User:Piotrus), CC BY-SA 3.0

Im Schloss Lancut, Foto: myself (User:Piotrus), CC BY-SA 3.0

Lancut befindet sich unweit von Rzeszow, der Hauptstadt der Vorkarpatenregion. Der Krakauer Woiwode Stanis?aw Lubomirski ließ dort das Schloss im frühen 17. Jahrhundert im Stil des Barocks errichten. Die Residenz-Anlage, die später in den Besitz der Magnatenfamilie Potocki gelangte, wurde mehrfach umgebaut und erweitert. So wird die Residenz auch auch Schloss der Lubomirski und der Potocki in Lancut (Zamek Lubomirskich i Potockich w ?a?cucie) genanntNeben den Schlossgemächern sind zahlreiche Wirtschaftsgebäude in der prächtigen Parkanlage für den Publikumsverkehr geöffnet. So etwa das Kutschenmuseum im ehemaligen Stall und der Remise oder das Museum orthodoxer Kunst im einstigen Marstall.

Interessenten können die Residenz Lancut schon vorab bei einem virtuellen Rundgang auf der informativen Website informieren.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs „Länderporträt Polen“.