Polen – Eintauchen in das fremde Nachbarland

 

Miriam Mathein bei ihrer Fototour am Schloss Wawel in Krakau. Foto: Kathrin Wesolowski

Miriam Mathein bei ihrer Fototour am Schloss Wawel in Krakau. Foto: Kathrin Wesolowski 

Arm, altmodisch und ohne gute Fremdsprachenkenntnisse. Das sind nur einige der Vorurteile, die Miriam Mathein vor ihrer ersten Reise nach Polen hatte. Die 19-jährige Studentin wurde von mir dazu überredet, nach Krakau zu reisen. Und ihre Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen.

„Wo liegt Krakau?“ und „Warum reist du nach Polen?“ Das waren die ersten Reaktionen, als die Studentin ihren Bekannten von ihrer Reise nach Polen erzählte. Polen ist für junge Leute nicht gerade das Reiseziel Nummer 1, auch Miriam kannte vor ihrer Reise keine einzige Sehenswürdigkeit des osteuropäischen Landes.

„Arm, aber gastfreundlich“

„Ich hatte schon Vorurteile“, gibt Miriam zu. Wenn mein ein Land kaum kennt, kommt das einfach, meint die Studentin. „Ich habe mir die Städte nicht so modern vorgestellt, alles etwas rustikal. Und die Menschen sehr laut und offen, aber auch sehr arm“, erklärt sie.

Das Vorurteil über polnische Diebe kennt die Studentin natürlich ebenfalls. Ganz abgelehnt hat sie es auch nicht. Wenn man etwas so oft höre, würde man es eben auch irgendwann selbst glauben.

Als Miriam dann vier Tage in Krakau und dem Dorf Spytkowice verbrachte, war sie positiv überrascht. „Ich habe mich sehr wohlgefühlt“, sagt die Studentin. Die Menschen seien sehr gastfreundlich gewesen, hilfsbereit und offen. Auch die Architektur der Stadt hat sie beeindruckt: gotische, prunkvolle Kirchen, Altbauten und ein riesiges Schloss.

Manche Vorurteile bestätigen sich für die Studentin

In Krakau hat die Studentin auch gemerkt, dass Geschichte für die Polen eine wichtige Rolle spielt. In einigen Ausstellungen und Museen werden die Missstände und Gräueltaten des zweiten Weltkriegs dargestellt – um gegen das Vergessen anzukämpfen.

Auch sonst sieht Miriam einige Unterschiede zwischen Deutschland und Polen. „Die Infrastruktur in den Dorfregionen ist schon ganz anders“, erklärt Miriam. Die Gebäude seien teilweise zerstört gewesen, die Strecken lang und die Straßen sehr schmal.

„Und so gut sprechen die Polen wirklich kein Englisch“, findet Miriam. In einem gehobenen Restaurant sei ihr das beispielsweise aufgefallen, als der Kellner dann doch lieber Polnisch mit einer Freundin gesprochen habe, als ihre Bestellung auf Englisch aufzunehmen.

Vom Essen war die Studentin begeistert – genauso wie von den Preisen. Pierogi, Zapiekanki und polnische Suppen gab es für günstige Preise und hätten ihr sehr gut geschmeckt.

Polen – trotz Schockmoment eine Reise wert

Einen kleinen Schock hat die 19-Jährige allerdings trotzdem bekommen. „Der Lohn für sehr viel Arbeit ist einfach viel zu gering“, bemängelt sie. Sie habe mit einem Studenten gesprochen, der in einem 5-Sterne-Hotel arbeitet. Und dafür umgerechnet nur etwa 3,50 Euro die Stunde bekommt.

Nach ihrer ersten Reise nach Polen ist Miriam aber froh, dass sie einige Vorurteile von ihrer Liste streichen kann. Auch wenn sie findet, dass die Armut in Polen definitiv größer ist als in Deutschland.

Trotzdem musste die Studentin in Polen keine Sekunde mehr auf ihre Wertsachen achten als in anderen Ländern. Diese Sorge sei also vollkommen unbegründet.

Miriam wird ihren Freunden Krakau als Reiseziel unbedingt weiterempfehlen. Wegen der Schönheit der Stadt, der Gastfreundschaft der Polen und des guten Essens.

Über Kathrin Wesolowski 3 Artikel
Kathrin Wesolowski studiert Journalistik an der TU Dortmund. Ihre ganze Familie kommt aus Polen und sie fühlt sich dem Land verbunden. Andere Kulturen kennenlernen, davon erzählen und für Verständnis werben ist ihr Ziel.

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