Auschwitz-Diebstahl: Haftstrafe für schwedischen Drahtzieher ausgehandelt

Anders Högström, der schwedische Neonazi und Mann hinter dem Diebstahl des Auschwitz-Schriftzugs “Arbeit macht frei” muss für 32 Monate hinter Gitter. Wie der zuständige polnische Staatsanwalt Robert Parys mitteilte, habe Högström sich vor einem schwedischen Gericht schuldig bekannt, und dürfe die Strafe, auf der er sich mit der Staatsanwaltschaft geeinigt habe, nun in Schweden absitzen.

Högström hatte in den 1990er Jahren in Schweden die rechtsradikale Nationalsozialistische Front gegründet, von der er sich später aber distanziert hatte.  Aufgrund eines polnischen Haftbefehls wurde Högström im Februar in Stockholm verhaftet. Sein Schuldgeständnis beschränkt sich allerdings darauf, als Mittelsmann nur die Aufgabe gehabt zu haben, das Schild entgegenzunehmen und zu verkaufen. Vor einem polnischen Gericht hätten Högström als Drahtzieher eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren gedroht.

Das Schild “Arbeit macht frei” über dem Lagertor des NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, indem 1,1 Millionene Menschen ermordet wurden,   war in der Nacht zum 18. Dezember 2009 gestohlen worden. Der Diebstahl hatte weltweites Aufsehen erregt, der Polizeiapparat lief auf Hochtouren an und brachte schnelle Ergebnisse. Nur wenige Tage später fand die Polizei den in drei Teile gesägten Schriftzug in Nordpolen und nahm fünf polnische Verdächtige fest, die den Schweden als Auftraggeber nannten. Drei der Täter wurden mittlerweile zu eineinhalb- bis zweieinhalbjährigen Haftstrafen verurteilt. Zwei weitere Verdächtige warten noch auf ihren Prozess.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".