Danziger Sehenswürdigkeiten

Im Stadtteil Glowne Miasto, der einstigen Rechtstadt findet man eindrucksvolle Zeugniesse von Danzigs goldenem Zeitalter und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zahllose kleine Gassen kreuzen die Hauptstraßen, die von den prunkvollen Stadttoren herunter zum Ufer der Mottlau führen.

Der Königsweg

Mit dem Hohen Tor beginnt die Danziger Prachtstraße, der Königsweg. Es wurde nach oberitalienischem Vorbild im Renaissancestil mit den vier Löwen auf dem Dach erbaut und mit der Inschrift Friede, Freiheit, Eintracht versehen. Bis vor dieses Tor kamen die Danziger Honoratioren hochgestellten Besuchern – namentlich den polnischen Königen –  entgegen. Es folgt das 1612 – 1614  erbaute, auch Goldenes Tor genannte prächtige Langgässer Tor mit der Aufschrift „Es müsse Frieden sein in deinen Mauern“. Weiter führt der Königsweg durch die Langgasse (ul. Dluga) und über den Langen Markt (Dlugi Targ)bis hinunter zur Mottlau führt, an der sich auch das Wahrzeichen Danzigs, das Krantor befindet. Der1443 errichtete mittelalterliche Hafenkran diente gleichzeitig als Wehrtor. An dieser Magistrale der alten Hansestadt finden sich neben unzähligen prächtigen Patrizierhäusern die wichtigsten Baudenkmäler des alten Danzigs. Den Zugang zur Mottlau bildet das 1558 im flämischen Renaissancestil erbaute Grüne Tor, in dem heute Lech Walesa sein Büro hat.

Im Rechtstädtischen Rathaus aus dem 14. Jahrhundert ist auch die stadtgeschichtliche Ausstellung des Historischen Museums beherbergt und vom 82 m hohen Turm hat man einen tollen Überblick über die Ostseestadt.

Der nur wenige Schritte entfernte Artushof wurde  1476 – 1481 als gotischer Bau errichtet. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde er im Stil des Manierismus umgestaltet und erhielt die charakteristischen drei hohen gotischen Fensterbogen.  Der Artushof wurde einst als Verbandshaus der Danziger Kaufmannschaft genützt. In seiner dreischiffigen Festhalle traf sich die Kaufmannschaft und empfing Könige und Gesandtschaften. Ab 1742 wurde das Gebäude als Börse genutzt. Der Name Artushof stammt von der legendären Tafelrunde des Königs Artus. Nicht zu übersehen ist der Neptunbrunnen vor dem Artushof, der aus dem 17. Jahrhundert stammt und ein beliebter Treffpunkt ist.

Die Frauengasse – das Bernsteinparadies
Die  Prachtentfaltung und der Prunk der Patrizierhäuser ist aber nicht auf diese Paradestraße beschränkt. In der parallel verlaufenden Brotbänkengasse (ul. Chlebnica) sowie der Frauengasse (ul. Mariacka) stehen die für Danzigs Blütezeit so charakteristischen Häuser mit Beischlägen, den Terrassenaufgängen, unter denen sich in kleinen Kellerräumen liebevoll dekorierte Bernsteinläden und Silberschmieden eingerichtet haben.

Der anspruchsvolle Bernsteinliebhaber wird sich hier eindecken, wo man auch ausgefallene Stücke erwerben kann und ganz moderne Interpretationen der Verbindung von Silberschmiedekunst und Bernsteinschleiferei findet. Preisgünstigen, nach Gewicht verkauften Bernstein findet man an den unzähligen Ständen an der Mottlau rund um Danzigs Wahrzeichen, das Krantor.

Überragt wird das alte Danzig von der Marienkirche an der Frauengasse, deren Baubeginn auf 1343 datiert wird. Das wuchtige Gotteshaus ist die wohl größte Backsteinkirche der Welt, fasst sie doch 25 000 Gläubige. Eine besondere Stimmung von Hökern und Handeln vor den alten Kulissen der Altstadt kann man in den ersten beiden Augustwochen des Jahres erleben. Dann findet hier der Dominikanermarkt statt, ein riesiger Flohmarkt mit viel Kleinkunst und Unterhaltung rund herum.

Außerhalb der Rechtstadt
Aber auch außerhalb der Rechtstadt ist Danzig interessant, nur einen Katzensprung entfernt lag die Danziger Leninwerft, der Ort, an dem mit der Zulassung der freien Gewerkschaft Solidarnosc der Anfang vom Ende des Ostblocks stattfand. Hier steht das hohe, schlanke Ehrenmal für die Toten der 1970- er Unruhen.

Die Verleihung des Literaturnobelpreises an den Danziger Günter Grass nahm die Stadt Danzig zum Anlass, literarische Schauplätze in der Stadt kenntlich zu machen. An Häusern, Plätzen und Straßen die in Grass Büchern vorkommen, werden Emaille – Schilder mit den passenden Zitaten angebracht. Abseits der berühmten Altstadt kann man bei einem Rundgang auf den Spuren des Nobelpreisträgers und seiner Protagonisten ein ganz anderes Danzig kennen lernen.

Gerade in dem Grass aufwuchs war und ist ein Arbeiterviertel. In dieser Heimat der Blechtrommel ist noch heute der Danziger Alltag zuhause.

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Über Brigitte Jaeger-Dabek 1464 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".