„Dienstleistungs-Tourismus” nach Polen

Dienstleistungs-Tourismus: Auto Service in Polen, Foto: mamik/fotopolska.eu, CC-BY-SA-3.0

Was im Grenzgebiet schon lange üblich ist, nämlich eine Art Werkstatt-Tourismus nach Polen, wird auch immer häufiger für Autofahrer mit weiterem Anfahrtsweg attraktiv, wie z.B. Berliner. Denn in Polen sind die Lohnkosten im Allgemeinen weitaus geringer als in Deutschland, und dies bei dennoch guter Qualität der Werkstätten. Andere Dienstleistungen dagegen wie z.B. im Bereich plastische Chirurgie sollte man dennoch besser in Deutschland vornehmen lassen.

Tipps für die Autoreparatur in Polen

Der Dienstleistungs-Tourismus im Grenzgebiet hat natürlich Vor- und Nachteile für alle Beteiligten. So können oft Werkstätten und Tankstellen auf der deutschen Seite des Grenzgebiets nicht mehr rentabel wirtschaften, da ihnen die Kunden weg bleiben, sodass sich das Angebot dort immer weiter ausdünnt, während es auf der polnischen Seite ein Überangebot gibt – selbstverständlich vereinzelt auch mit schwarzen Schafen darunter. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, helfen am besten Kontakte zu den Einheimischen. Oftmals können einem beispielsweise polnische Taxifahrer oder Rezeptionisten im Hotel weiterhelfen und günstige und qualitativ lohnenswerte Kontakte vermitteln.

Eine Recherche im Internet empfiehlt sich ebenso, da man dabei bereits zahlreiche seriöse Angebote findet, wie z.B. Auto-SERVIS in der Grenzstadt Gubin. Im Regelfall ist die Qualität der Autoreparaturen in Polen genauso gut wie in Deutschland, inklusive zwei Jahren Garantie.

Mit einplanen sollte der angereiste Autofahrer ohnehin eine Übernachtung in einem günstigen Hotel, da je nach Art der Reparatur und Auslastung der Werkstatt ein Auftrag nicht immer noch am selben Tag erledigt werden kann. Je nach Anfahrtsweg kommen auch noch die Benzinkosten dazu, sodass sich die Reparatur nicht in jedem Fall lohnt. Dies gilt insbesondere für kleinere Reparaturen. Ein wirtschaftlicher Totalschaden allerdings muss in Polen beispielsweise noch lange keiner sein. Auch Tuning-Angebote werden vermehrt von deutschen Autofahrern in Polen wahrgenommen. Wer eine größere Reparatur zum Zeitpunkt des saisonalen Reifenwechsels vorzunehmen hat, kann auch gleich seine Reifen aus Deutschland mitbringen und diese bei der Gelegenheit in Polen aufziehen lassen. Wer antizyklisch, also noch vor dem eigentlichen Saisonbeginn, in Deutschland Reifen kauft, spart dabei bereits bares Geld. So bietet der überregionale Reifenhändler Tirendo im Internet, Preisnachlässe auf zahlreiche Sommerreifenmodelle von um die 30 Prozent.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".