Gipfeltreffen: Weltklimakonferenz im Warschauer Nationalstadion

Nationalstadion Warschau, Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Im Sommer des 2012 spielten hier Europas beste Fußballteams um Tore, Siege und die Europameisterschaft. Ab Montag geht es hier nun um nicht viel weniger als um die Rettung der Welt. Mehr als 10.000 Vertreter von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen aus rund 190 Ländern werden vom 11. bis 22. November 2013 zur 19. UN-Klimakonfernez, dem Weltklimagipfel im neuen Nationalstadion von Warszawa (Warschau) erwartet. Für Polen ist es eine der größten und prestigeträchtigsten internationalen Tagungen der jüngsten Zeit.

Von den Heimspielen des Erstligaklubs Legia Warschau kann der Unterhalt des Warschauer Nationalstadion nicht finanziert werden, auch nicht von vereinzelten sportlichen Großereignissen – das wusste man in Polen vor dem Bau zur EM 2012. Fußballspiele aber sollten für das Warschauer Nationalstadion mit seinen rund 58.000 Plätzen ohnehin nur das Sahnehäubchen sein. Von vorneherein wurde die supermoderne Anlage multifunktional geplant und gebaut. Konzerte und Tagungen finden dort ebenso statt wie sportliche Veranstaltungen. Unter dem Stadiondach bietet sich genügend Platz für Tagungen mit mehreren Tausend Teilnehmern. Dazu gibt es sechs flexibel nutzbare Konferenzräume für zusammen fast 2.000 Personen, eine Galerie mit Platz für bis zu 2.600 Gäste, sowie zahlreiche VIP-Logen, die für Besprechungen im kleinen Kreis nutzbar sind, Restaurants und ein gut ausgestattetes Pressezentrum. Für die Delegationen aus aller Welt stehen genügend Büroräume zur Verfügung. So bot sich das neue Wahrzeichen der polnischen Hauptstadt als Veranstaltungsort für den vom 11. bis 22. November 2013 stattfindenden Weltklimagipfel an, zumal es sehr zentral liegt und es in Warschau sowie in der näheren Umgebung genügend Unterkünfte der verschiedenen Kategorien für die erwarteten Teilnehmer gibt.

Unter dem Vorsitz von Marcin Korolec, dem polnischen Umweltminister, diskutieren die Konferenzteilnehmer über ein neues Klimaschutzabkommen. Dieses soll bei der Folgekonferenz 2015 in Paris verabschiedet werden, 2020 in Kraft treten und dann das bisherige Kyoto-Protokoll ablösen. Es soll deutliche Minderungen des Kohlendioxid-Ausstoßes festschreiben. Man müsse sich auf neun Milliarden Menschen auf der Erde einstellen, die alle sichere Lebensverhältnisse brauchten, betonte Korolec im Vorfeld der Konferenz. „Wenn wir kreativ sind, dann kann die Welt gleichzeitig Treibhausemissionen reduzieren, Jobs schaffen, wirtschaftliches Wachstum voranbringen und bessere Lebensbedingungen schaffen“, so der Minister.

Vom 4. bis 9. November wird es zunächst verschiedene Vorgespräche im Konferenzzentrum des Kulturpalastes geben. Am 11. November erfolgt der Anpfiff zum 19. Klimagipfel im Nationalstadion. In der Zeit vom 19. bis 22. November, wenn wichtige Entscheidungen zu erwarten sind, werden auch hochrangige Regierungsvertreter aus aller Welt nach Warschau reisen. Globalisierungsgegner dürften ebenso das Interesse der Weltöffentlichkeit nutzen, um ihre Positionen in Warschau zu vertreten.

Polen war bereits 2008 Gastgeber eines UN-Klimagipfels. Damals trafen sich rund 11.000 Teilnehmer aus aller Welt auf dem Gelände der Internationalen Messe in Pozna? (Posen).

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".