Glücksspielaffäre: Was wusste Tusk?

Der Untersuchungsausschuss in Sachen Glücksspielaffäre sollte am 5. Februar klären, was Polens Premierminister Donald Tusk von den Vorgängen und dem Tun seiner Parteigenossen Sportminister Drzewiecki und PO-Franktionschef Chlebowski wusste. Unternehmer aus der Glücksspielbranche hatten nach Abhörprotokollen der Antikorruptionsbehörde CBA versucht, über Politiker eine höhere Besteuerung von Automatenspielen zur Finanzierung der EM 2012 zu verhindern.

Die Polen konnten die stundenlange Befragung ihres Ministerpräsidenten live im Fernsehen verfolgen. Die Einvernahme Tusks sollte vor allem klären, ob Tusk oder irgendeine andere undichte Stelle in seinem Umkreis Informationen über die laufenden Ermittlungen an die betroffenen PO-Politiker weitergeleitet hatte, nachdem CBA-Chef Kaminski Tusk am 14. August 2009 über die Erkenntnisse seiner Behörde informiert hatte. Tusk verneinte das und nannte den Vorwurf, dass es eine undichte Stelle gegeben habe einen “Mythos”.

Allgemein wurde Tusks Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss von den polnischen Medien als Image-Erfolg gewertet.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".