Lebensstandard: Polens Hauptstadt über EU-Durchschnitt

Der Lebensstandard der Polen wächst weiterhin kontinuierlich und teils sogar rapide, doch gilt das nicht für alle Regionen unseres Nachbarlandes im gleichen Maß, berichtete die konservative polnische Tageszeitung Rzeczpospolita.

Spitzenreiter in Polen ist – wie nicht anders zu erwarten – nach jüngsten Zahlen von Eurostat die bevölkerungsreichste Region Polens, Masowien mit Warschau, denn dort werden bei der Bevölkerung schon 102 der durchschnittlichen Eu-weiten Lebensstandards erreicht. Das entspricht einem Wachstum von 28% in den Jahren seit 2000. Keine andere polnische Woiwodsdchaft kommt auch nur annäherend an diese Werte heran, selbst Niederschlesien mit dem dynamischen Breslau (Wroclaw) erreicht nur 70% des EU-Durchschnitts bei einem Wachstum von 21% seit dem Jahr 2000.

In den ärmsten polnischen Woiwordschaften Lublin und Vorkarpaten im Südosten des Landes hingegen werden nur 42 % des EU-Lebensstandards erreicht und das Wachstum betrug in den Jahren seit 2000 magere 8%.

Die reichste Region der EU ist nach Eurostat London mit 328% des EU-Durchschnitts, es folgen Luxemburg mit 266%, Brüssel mit 223%, Hamburg mit 203%, Groningen mit 180%. Nicht schlecht steht die polnische Region Masowien mit der Hauptstadt Warschau erreicht, denn dort werden bereits 102% des durchschnittlichen EU-Lebensstandards erreicht. Es folgen die westlichen Regionen Lebus (53% / 10%), Oppeln (50% / 10%), Schlesien (67 % /  20%), Großpolen mit Poznan (65 /14%), Kleinpolen ( 53% / 11 %),  Lodz (58 % / 15%). Über 50% des EU-Lebensstandards erreichen zwar auch Kujawien-Pommern (52% / 8%) und Westpommern (54  % / 6%), doch liegt dort der Zuwachs bei unter 10% in den Jahren seit  2000.

Heiligkreuz (47% / 10%), Podlasien (45% / 9%), Masuren (46% / 8%) gehören wie Lublin und Vorkarpaten zu den strukturschwächsten polnischen Woiwodschaften und erreichen ebenfalls deutlich weniger als die Hälfte des EU-Lebensstandards. Auch hat sich hier bei weniger oder gerade einmal 10% Wachstum der Abstand zum Rest der EU kaum verringert. Diese fünf polnischen Woiwodschaften gehören daher nach wie vor zu den 20 ärmsten Regionen der EU und erhalten weiterhin Mittel aus den EU-Anpassungs- und Entwicklungsfonds. Rund 80 Jahre veranschlagt die Rzeczpospolita, bis diese Regionen das EU-Mittel erreicht haben werden.

In einer Grafik stellt die Rzeczpospolita die Zahlen anschaulich dar:  Die oberen fetten Zahlen zeigen das Wachstum seit 2000 an, die unteren den erreichten Lebensstandard  verglichen mit dem EU-Mittel.

 

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".