Mit der Kleinbahn durch Masuren:

Unterwegs auf den Spuren von Siegfried Lenz und einer "Kleinbahn namens Popp"

Die Kleinbahn in Lyck (E?k), Masuren

Die Kleinbahn in Lyck (E?k). , Masuren,

Es ist kurz vor der Abfahrt. Der Bahnhofsvorsteher vom Kleinbahnhof der masurischen Stadt Elk/Lyck in Polen setzt seine rote Dienstmütze auf, spannt sich, hebt energisch die Kelle und pfeift durchdringend. Die kleine Lokomotive quittiert das pfeifen mit einem heftigen Fauchen, Dampf quillt ihr zischend aus allen Ritzen. Ein Ruck und ächzend setzen die Kolbenstangen zu den ersten Hüben an, dann drehen sich die kleinen Räder, der Zug nimmt Fahrt auf.

Im Zuckeltrab geht es vom Kleinbahnhof Elk/Lyck ruckelnd zur Stadt hinaus, vorbei an kleinen Dörfern, durch geheimnisvoll dunkle schattenspendende Wälder. Dann wieder durch weite Felder und Wiesen, an gleichmütig über das Grün schreitenden Störchen vorbei und immer wieder an silbern glitzernden Seen entlang tuckert das Bahnchen.

Stundenlang schnauft die Dampflokomotive unermüdlich durch das Land, ein paar mal wird die Fahrt an kleinen Haltestellen unterbrochen, dann geht es weiter – Blümchen pflücken während der Fahrt verboten – bis die Endstation bei Turowo erreicht ist, nur wenige hundert Meter von der alten deutsch-polnischen Grenze entfernt.

Eine Reise in die Vergangenheit, eine Einladung zur Muße und zum Einlassen auf das Tempo einer anderen Zeit, die alle Reisenden verzaubert, ihnen diese Fahrt mit der Lycker Kleinbahn unvergesslich macht.

Eine Kleinbahn namens Popp

Die Schmalspurbahn ist die Attraktion der masurischen Hauptstadt Elk/Lyck, und wurde von deren bekanntestem Sohn, dem Schriftsteller Siegfried Lenz weltberühmt gemacht. “So zärtlich war Suleyken” ist sein wohl bekanntestes Buch und in dem setzt er ihr und ganz Masuren ein literarisches Denkmal. „Eine Kleinbahn namens Popp“ heißt die Geschichte, die einer Liebeserklärung gleichkommt.

Die Bahnstrecke entstand 1910-1917 und wurde 1992 zum technischen Denkmal erklärt, und fuhr noch bis zum Jahr 2000 im Liniendienst. Ihre Rettung nach der Stillegung ist in erster Linie Privatinitiativen zu verdanken.

Und Masuren war ja schon immer ein Land der Originale und Träumer, das war zu deutscher Zeit so und ist es jetzt in Polen so geblieben. Da widersetzen sich Menschen der Stillegung und Verschrottung und kämpfen auch ohne große Finanzmittel einen zähen, beharrlichen Kampf. So wie die Brüder Adam und Miroslaw Sawczynski ,die sich ihren Traum wahrmachten und im E?ker/Lycker Kleinbahnhof ein sehenswertes Eisenbahnmuseum einrichteten, indem man alles anfassen darf.
Sommerprogramm für Touristen

Die Kleinbahn befährt von Juni bis August an jedem Samstag die Strecke Elk-Turowo . Um 10 Uhr beginnt das Programm am Bahnhof Elk Waskotorowa mit einer Besichtigung des Museums. Auch ein Waldspaziergang, ein Grillfeuer und die Besichtigung eines masurischen Dorfes gehören zum Programm, wer möchte, kann unterwegs sogar in einem der kristallklaren masurischen Seen baden. Organisator ist das Elker Zentrum für Sport und Erholung Mosir, Karten können dort in der Saison auf der Internetseite vorbestellt werden, oder direkt per Mail, Sonderfahrten für Gruppen werden dort auch kurzfristig organisiert

Kontakt:

Elcka Kolej Waskotorowa

19-300 E?k, ul. W?ski Tor 1

Tel. +48 87 610-00-00

http://www.mosir.elk.com.pl

E-Mail: mosir@elk.com.pl

>> Mehr über das Ermland und Masuren lesen Sie im “Ermland-Masuren Journal”.

 

 

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1496 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".