Polen: Antiterroreinheiten gegen Hooligans

Nach den schweren Ausschreitungen beim Pokalfinale in Bydgoszcz lässt die polnische Regierung den Worten nun Taten folgen. Martialisch ging es zu, als am Dienstag Antiterroreinheiten mit gezogenen Waffen vor den Türen von 21 Hooligans in Warschau, Poznan, Gniezno und Pila auftauchten. Man habe diese Personen als besonders gewalttätig identifiziert und festgenommen, sagte Polizeisprecher Andrzej Matejuk der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Weitere Festnahmen würden in den nächsten Tagen folgen.

Die 21 von den Razzien nun zuerst erfassten Hooligans waren am vergangenen Dienstag bei den schweren Ausschreitungen anlässlich des Pokalfinales zwischen Legia Warschau und Lech Posen (5:4) in Bydgoszcz als Rädelsführer aufgefallen. Weitere Festnahmen würden folgen, erklärte Polizeisprecher Andrzej Matejczuk im Privatsender TVN24, man habe 70 der brutalsten Unruhestifter von Bydgoszcz inzwischen identifiziert.

Unter Polens Fußballfans zeigt sich auch Widerstand gegen die Regierungsaktionen. So demonstrierten am Wochenende 5000 Fußballfans gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt in Polens Fußballstadien. Unterstützung finden die Protestierenden bei der nationalkonservativen Opposition. Die der Partei PiS von Jaroslaw Kaczynski nahestehende Wochenzeitung Gazeta Polska schrieb, Fußballfans würden patriotische Werte weitertragen und eine eigene Bürgergesellschaft erschaffen. Wie die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza in einem Artikel schreibt, ist das Wochenblatt Gazeta Polska eine Dreckschleuder, die mit ihren Tiraden besonders die „Stadion-Banditen“erreicht.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".