Polen: Energie aus Schiefergas

In Polen hat die Energiegewinnung aus unkonventionellen Quellen begonnen. Die erste Bohrung war erfolgreich. Die geschätzten Vorkommen könnten für 300 Jahre ausreichen.

Am 8. September 2011 ist zum ersten Mal in Polen Schiefergas gefördert worden. Die Bohrung in in Westpommern scheint auf eine effektive Quelle hinzuweisen, teilte der stellvertretende Premierminister und Minister für Wirtschaft der Republik Polen Waldemar Pawlak bei einer Konferenz zum Thema Ostpartnerschaft im Rahmen des 21. Wirtschaftsforums in Krynica mit.

Das Schiefergas ist bei einer Bohrung an der Lagerstätte Lebien LE-2H gefördert worden. Dort ist die 13. Etappe des Hydraulic Fracturing abgeschlossen worden. In einer Öffnung in 4.080 Meter Tiefe ist Gaszufluss festgestellt worden. Für diese Stelle hat die Firma Lane Energy eine Konzession erhalten.

Die Förderung von Schiefergas an der Lagerstätte in Lebien ist schneller erfolgt als geplant. Zugleich werden die Bohrungsarbeiten an einer weiteren waagrechten Bohrung – der Lagerstätte Warblino LE-1H – fortgesetzt.

Von der amerikanischen Agentur für Energie (EIA) werden die Schiefergasvorkommen in Polen auf 5,3 Billionen Kubikmeter geschätzt. Diese Menge würde ausreichen, um den Bedarf an Gas in Polen in den nächsten 300 Jahren zu decken.

In Polen sind über 100 Konzessionen zur Förderung von Gas aus unkonventionellen Quellen erteilt worden. Beteiligt sind unter anderem die polnischen Unternehmen PGNiG, Orlen Upstream und Lotos, die amerikanischen ExxonMobil, Chevron, Maraton und ConocoPhillips und das englische Lane Energy. Gesucht wird in einem Streifen von der Ostsee bis zum Südosten Polens bei Lublin und im Westen Polens, hauptsächlich in Großpolen und in Niederschlesien.

Quelle: Presseservice des Ministeriums für Wirtschaft der Republik Polen

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".