Polen: Kaczynski fordert Rücktritt von Tusk und Komorowski

Fünf Monate ist der Absturz der polnischen Präsidentenmaschine bei Smolensk jetzt her, doch Ruhe will und will nicht einkehren in Polen. Maßgeblich daran beteiligt ist Jaraoslaw Kaczynski, Vorsitzender der nationalkonservativen Oppositionspartei PiS und Zwillingsbruder des verunglückten Präsidenten Lech Kaczynski.

Am Samstag, dem 10. April genau fünf Monate nach dem Absturz legte Jaroslaw Kaczynski Blumen am umstrittenen Kreuz vor dem Präsidentenpalast nieder und verlangte den sofortigen Rücktritt des halben Kabinetts, denn die trügen alle die politische und moralische Verantwortung für den Flugzeugabsturz, insbesondere gelte das für den Ministerpräsidenten, den Präsidenten, den Außenminister und den Chef der Präsidialkanzlei.

Der Fraktionsvorsitzende der regierenden PO Tomasz Tomczykiewicz erinnerte Kaczynski daran, dass alle diese Politiker das Mandat des Wählers hätten, der als Souverän allein darüber zu entscheiden habe, wer regiert, und wer nicht. Obendrein mangele es Kaczynski an Respekt für den Präsidenten und sein Amt, doch habe Kaczynski ja bisher sowieso alle Präsidenten abgelehnt, einzig rechtmäßig sei für ihn sein Bruder Lech gewesen. Er glaube nicht, betonte Tomczykiewicz weiter, dass solche Sprüche Kaczynski großen Erfolg beim Wähler bringen werden.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".