Polen: Neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz

Nicht nur Deutschland hat mit dem Münchener Kardinal Reinhard Marx einen neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz.  Auch in Polen wurde am Mittwoch ein neuer Vorsitzender der Bischofskonferentz gewählt, nachdem Erzbischof von Przemysl, Jozef Michalik, der bisherige Vorsitzende nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht mehr wiedergewählt werden konnte.

Neuer Vorsitzender ist nun der 64-jährige Erzbischof von Posen Stanislaw Gadecki, der als Befürworter der Kirchenpolitik von Papst Franziskus gilt. Der bisherige Vizevorsitzende des polnischen Episkopats erwarb sich vor allem Anerkennung für den Dialog mit dem Judentum. Auf seine Initiative begeht die katholische Kirche Polens seit 1998 jedes Jahr den „Tag des Judaismus“ und würdigt die Juden als ältere Geschwister im Glauben. Nach seiner Wahl kündigte Gadecki an, dass zu seinen Prioritäten die Jugend, die Familie und die Armen sein werden.

Hintergrund:

Der polnischen Bischofskonferenz gehören 144 Mitglieder an. Es sind dies die Bischöfe der 41 römisch-katholischen und drei griechisch-katholischen Diözesen, die 52 Weihbischöfe und die 48 emeritierten Bischöfe. Sie sind zuständig für 33 Millionen Katholiken in Polen. Seit 1994 wird der Vorsitzende für fünf Jahre gewählt und kann einmal wiedergewählt werden. Zuvor war der polnische Primas automatisch Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz. Seit dem ist das Primasamt wieder an den Bischofssitz in Gniezno (Gnesen) gebunden.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".