Polens Chancen bei der Europameisterschaft: Der Kader-lässt hoffen

Polens Manschaft nährt Hoffnungen für die Fußball-EM,

Polens Manschaft nährt Hoffnungen für die Fußball-EM, Foto: Pexels

Polen ist zum vierten Mal in Folge für eine Fußball-Europameisterschaft qualifiziert. Mit Beginn des Turniers warten in Gruppe E Spanien, Schweden und ein weiteres Team, das im Play-off erst ermittelt wird, auf die polnischen Spieler. Der Mannschaft von Teamchef Jerzy Brzeczek werden gute Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale eingeräumt.

Um einen Einblick über die Teilnahme von Polens Fußballern bei Europameisterschaften zu bekommen, muss man in der Geschichte nicht weit zurückgehen. Erstmals qualifizierte sich die Mannschaft im Jahr 2008 für die Endrunde. Bei den Spielen in Österreich und der Schweiz war allerdings bereits in der Vorrunde Endstation. Auch 2012 – Polen war neben der Ukraine als Co-Gastgeber qualifiziert – musste man beim Heimturnier nach der Gruppenphase die Segel streichen.

Besser lief es im Jahr 2016 in Frankreich. Unter Trainer Adam Nawalka schaffte es das Team bis ins Viertelfinale, wo gegen den späteren Europameister Portugal erst im Elfmeterschießen das Aus erfolgte. Die Gruppenphase hatten die Fußballer zuvor hinter Deutschland und vor Nordirland und Ukraine als Zweiter beendet. Im Achtelfinale hatten Star-Stürmer Robert Lewandowski und Co. im Elfmeterschießen gegen die Schweiz die Oberhand behalten. Doch die Glückssträhne hatte seine Grenzen.

Als Gruppenerster zur EM 2020

Mittlerweile wird die Nationalmannschaft von dem ehemaligen Spieler Jerzy Brzeczek betreut. Souverän überstanden die Osteuropäer die Qualifikation. In der Gruppe G konnte mit acht Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage die Qualifikation sichern. Der letzte Gegner der Gruppe ist noch nicht gefunden, aber folgende Gegner stehen zur Debatte: Als Kandidaten kommen Bosnien und Herzegowina, Nordirland, Slowakei und Irland infrage.

Fußballexperten sind sich einig: In dieser Gruppe übernimmt Spanien die klare Favoritenrolle. Sie gelten als Fußball-Großmacht und zählen zum erweiterten Favoritenkreis. Die Plätze dahinter dürften aber heiß umkämpft sein – neben den Gruppenzweiten schaffen es auch die vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale. Aufgrund der neuen Regelungen der Europameisterschaft ist das Regelwerk komplexer, doch die Chancen auf einen Sieg größer.

Offensives Spiel als klare Taktik

Der Blick auf die Kaderstruktur verrät, auf welche Qualitäten sich die Gegner Polens einstellen müssen: Mit Robert Lewandowski (Bayern München), Arkadiusz Milik (Neapel) und Krzysztof Piatek (Hertha BSC) verfügt man über drei Angreifer, die wissen, wie man einen Ball im Tor versenkt. Als entscheidend könnte sich die Fitness von Torgarant Lewandowski erweisen. Der Bayern-Stürmer musste sich zuletzt mit erheblichen Problemen am Schienbein auseinandersetzen, was für eine geringere Gewinnchance sorgen könnte. Mit Blick auf die Sportwetten steht Polen als möglicher Sieger der EM eher im hinteren Mittelfeld. Diese Einschätzung beruht vor allem auf den oben erwähnen, eher enttäuschenden Leistungen in internationalen Turnieren. Lewandowskis Torsicherheit sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Die vier Qualifikationen in Folge sollten ebenfalls nicht unterschätzt werden.

Dennoch sollten nicht nur Fans, sondern auch Experten das polnische Team unterstützen. Oft sind es genau jene Mannschaften, die das Feld von hinten aufräumen, die für eine große Überraschung auf den drei Siegesplätzen sorgen können. Mit einer spannenden Gruppe ist dem polnischen Team kein leichtes Los zugekommen, dennoch sollten der neue Trainer und die Top-Spieler der Mannschaft nicht unterschätzt werden.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".