Polnische Mode schafft Sprung nach Deutschland

Polnische Mode in Deutschland - Eine Erfolgsgeschichte

Polnische Mode in Deutschland – Eine Erfolgsgeschichte, Foto: pixabay.com, CC0

In Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern gilt Mode aus Polen auch weiterhin als Geheimtipp. Dabei schaffen es mittlerweile immer mehr polnische Entwürfe auch in Westeuropa Fuß zu fassen. Für die Jungdesigner aus Polen ist Deutschland derweil einer der wichtigsten Märkte. Dass sich Polen mehr und mehr zur Geburtsstätte aufstrebender Jungdesigner entwickelt, kommt nicht von ungefähr. Schon seit einigen Jahren trägt Warschau den Spitznamen “Manhattan des Ostens”, den es vor allem den gut gekleideten Damen der Stadt zu verdanken hat.

Polnischer Modestil bleibt sich treu

Die Mode aus Polen zeigt sich vorwiegend von der klassischen, alltagstauglichen Seite. Das Fashion-Basic der Damen ist, wie Mark Spitz von Modeminister weiß, das Kleid. Es wird in dem Land so getragen wie Sneakers und Jeans in Deutschland. Die polnischen Kleider fallen durch ihren bequemen Schnitt und die damit verbundene Lässigkeit auf. Immer stärker lassen sich die Jungdesigner des Landes mittlerweile von internationalen Trends inspirieren. So zeigen sich bei den Entwürfen immer häufiger modische Einflüsse aus New York und Berlin. Selbst asiatische Trends werden in den Kollektionen immer wieder aufgegriffen.

Die meisten polnischen Modedesigns leben aber von der Opulenz. So wird bewusst auf Rüschen und Schleifen gesetzt, die Kleider, aber eben auch Faltenröcke sehr verspielt erscheinen lassen. Klassiker unter den polnischen Kollektionen sind außerdem Folklore-Muster, die sich in dem Land seit Jahrzehnten halten und nun auch zusehends in Westeuropa Fuß fassen. Zum typisch polnischen Stil gehören außerdem auffällige Accessoires, die mit den verschiedenen Kleidern und Accessoires kombiniert werden.

Polnischer Streetstyle auf den Berliner Straßen auf dem Vormarsch

Gerade in den deutschen Städten ist die polnische Mode in den letzten Jahren ihren Erfolgszug angetreten. So haben die Menschen in Berlin beispielsweise eine Vorliebe für die puristischen Linien, die mit dem polnischen Streetstyle einhergeht. Für die Kleidung aus Polen ist es typisch, dass sie ein wenig zu groß ausfällt. Die Oversize-Modelle lassen sich aber auch im turbulenten Berliner Alltag einfach sehr bequem tragen.

In den letzten Jahren hat sich Berlin mehr und mehr zum Epizentrum der polnischen Mode entwickelt. So entstanden in Friedrichshain mehrere Geschäfte, in denen heute die polnische Designerwaren für alle, die neue Fashion-Impulse suchen, angeboten wird. Zu den bekanntesten Geschäften gehören in Friedrichshain aktuell Rauch und Groen sowie der Quadrat Shop, in dem Modeliebhaber ein wechselndes Angebot an Styles finden.

Made in Poland erobert die Kleiderschränke

Still und heimlich hat die Mode aus Polen in jüngster Vergangenheit die deutschen Kleiderschränke erobert. Auf immer mehr Etiketten springt “Made in Poland” ins Auge. Dass sie polnische Mode tragen, wissen die meisten Bundesbürger nicht. Dabei blickt die polnische Textilindustrie auf eine lange Tradition zurück. So ist das Land längst eine außerordentlich wichtige Adresse für große Modeketten, die dort ihre Kollektionen fertigen lassen. Zahlreiche Innenstädte mussten sich obendrein längst dem Stil und Charme der polnischen Labels beugen.

Allein in Deutschland betreibt die polnische Kette Reserved mittlerweile 16 Geschäfte. Sie präsentiert sich mit einer gesunden Mischung aus Zara und H&M. In den kommenden Jahren soll das Filialnetz des polnischen Modeunternehmens auch in Deutschland weiter ausgebaut werden. An Designernachwuchs aus Polen wird es auch in den kommenden Jahren nicht fehlen. Gleich mehrere Mode-Hochschulen sorgen dafür, dass die Leidenschaft und der Sinn für tolle Kollektionen weitergegeben werden. Neben der Hochschule in Warschau gehört die Ausbildungsstätte in Posen dazu.

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1469 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".