Regierende unabhängige Bürgermeister in der Gunst der Polen vorn

Regierende unabhängige, nicht parteipolitisch gebundene Bürgermeister und Stadtpräsidenten haben es durchweg leichter wiedergewählt zu werden. Bisher liegen sie fast überall deutlich vorn in den Umfragen. Das ergab die jüngste im Auftrag der Tageszeitung “Rzeczpospolita” durchgeführten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK Polonia.
Prominentestes Beispiel ist der Stadtpräsident von Wroclaw.  Der unabhängige Rafal Dutkiewicz kan auf rund 70% der Stimmen zählen, während sein  Hauptrivale, Dawid Jackiewicz von der PiS derzeit nur auf 8% der Stimmen kommen würde.

Selbst der Kandidat der sonst scheinbar übermächtigen Regierungspartei PO für das Stadtpräsidentenamt von Zabrze, Miroslaw Sekula, scheint gegen die regierende unabhängige Stadtpräsidentin  Malgorzata Manka-Szulik chancenlos zu sein. Ähnlich ist es auch in Katowice, wo der PO-Kandidat nur 23% der Stimmen erhalten würde gegenüber 44% für den ebenfalls unabhängigen regierenden Stadtpräsidenten Piotr Uszok.

Glaubt man dieser Umfrage, sind hier alle sonstigen Teilungen und Frontlinien wie Ost-West oder Stadt-Land und alt-jung völlig aufgehoben und man wählt daheim lieber jemanden, dessen Arbeit man kennt und dem man als Unabhängigem eher Bürgernähe und pragmatische Lösungen zutraut.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".