Schlafstörungen – Ein immer häufigeres Problem in Europa

Schlafstörungen, Foto: Flickr.com BY-ND © jon_a_rossEine der häufigsten Ursachen für Schlafstörungen ist Stress, der durch die Leistungsgesellschaft verursacht wird. Hohe Anforderungen an sich selbst und vom Arbeitgeber machen vielen zu schaffen. Dabei sind lange Arbeitstage ohne ausreichenden Ausgleich oftmals der Anfang für die Abwärtsspirale, die zu Schlafstörungen und dem Burnout führen. Eine häufige Ursache für Betroffene in Polen, liegt genau hier. Im EU-Schnitt liegen die wöchentlichen Arbeitszeiten hier ganz vorne. Kombiniert man das damit, dass Polen im unteren Drittel bei der Anzahl an Urlaubs- und Feiertagen liegt, können einige Rückschlüsse gezogen werden.

Stress, der durch die Arbeit entsteht ist hierbei natürlich nicht der einzige Aspekt, den man bei Schlafstörungen in Betracht ziehen sollte. Gerade bei einer Lebensumstellung, die oftmals durch besondere Umstände entsteht, ist eine kurzzeitige Schlafstörung ein häufiges Symptom.
Im Alltag fühlt man sich ausgehöhlt und wie gerädert, man ist kaum noch in der Lage sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren. Zumeist verschwinden diese aber mit der Gewöhnung an die neuen Lebensumstände nach relativ kurzer zeit wieder. Spätestens jedoch, wenn dieser Zustand länger anhält, sollte man einen Arzt aufsuchen und eine Beratung einholen.

Was sind kurzfristige Schlafstörungen?

Kurzfristige Schlafstörungen werden als akute Schlafstörungen bezeichnet und dauern im Regelfall bis zu 4 Wochen. Der Tod eines geliebten Menschen oder auch Tieres kann hier der Auslöser sein. Doch auch schon der Jobwechsel oder kleinste Änderungen im Tagesablauf,  können von sensiblen Menschen in Form von kurzfristigen Schlafstörungen verarbeitet werden.

Im Normalfall ist eine Behandlung hier nicht erforderlich, es gehört zum Prozess des Verarbeitens bzw. des Eingliederns in den neuen Tagesablauf. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und auch hier muss man sich lediglich an die neuen Umstände gewöhnen.  Komplizierter wird es bei mittelfristigen (subakuten) oder langfristigen (chronischen) Schlafstörungen.

Mittel- und langfristige Schlafstörungen – Ursachen und Behandlungen

Subakute- und chronische Schlafstörungen sind im Gegensatz zu den akuten Schlafstörungen ein ernstzunehmendes Problem. Sie dauern zwischen Monaten und Jahre an und sind Grund für umfangreiche charakteristische Veränderungen beim Menschen. Ein guter Hinweis sind die Augenringe, die nicht verschwinden wollen, sowie eine zumeist gereizte bis aggressive Stimmung.

Sind wir also soweit, dass wir uns durch den Schlafmangel vom Wesen her ändern, ist dies kritisch zu betrachten und die fachärztliche Behandlung lässt sich nicht mehr vermeiden. Ursachen für einen solchen Einschlag in die Gewohnheiten sind auch hier der Tod geliebter Menschen. Gerade ein traumatisches Ereignis, wie etwa der Verlust von Vater und Mutter oder der Tod des Ehepartners. Es kann aber auch um ein tiefer sitzendes psychologisches Problem sein, welches erst nach Jahren zum Tragen kommt.  Bei solch einer Symptomatik ist eine psychiatrische Behandlung zu empfehlen. Gegenüber eines Psychologen, hat der Psychiater neben der eigentlichen Therapie, die Möglichkeit auch medikamentös z.B. durch ein leichtes Schlafmittel einzugreifen.

Natürlich gibt es neben den psychologischen Ursachen auch körperliche Ursachen. Gewisse Krankheiten, besonders Hirnerkrankungen, können diese unschöne Begleiterscheinung haben. Eine Erkrankung von Atemwegen und dem Herz-Kreislauf-System sind als Ursache auch möglich, genauso wie Drüsen- oder sogar Krebserkrankungen. Eine ausführliche Diagnostik ist bei solch einer Erscheinung unabdingbar. Eine der wohl unauffälligsten und dadurch auch gefährlichsten Krankheiten im Bereich der Schlafdiagnostik ist die Schlafapnoe. Hierbei handelt es sich um ein Sekündliches- bis Minütiges Aussetzen der Atmung. Diese Krankheit ist deswegen gefährlich, weil man sie nicht bemerkt, sie führt bei Nichtbehandlung zu weiteren schweren Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkte, Schlaganfälle aber auch zu Depressionen. Die Schlafmedizin bietet hier viele Möglichkeiten, das Problem anzugehen: Von Operationen über Hilfsmittel wie Schlafmasken oder Warngeräte bis hin zu einem Training des Zungenmuskels ist vieles möglich.

Besser spät als nie

Schlafstörungen werden immer häufiger, Statistiken in ganz Europa belegen das. Dabei sind Schlafstörungen ein tiefer Einschnitt in unsere normalen Tagesabläufe und belastend. Gerade wenn wir so etwas bemerken oder von unseren Freunden darauf angesprochen werden, sollten wir etwas tun und Rücksprache mit einem Mediziner halten. Wenn sie sich also in dieser Beschreibung wiedergefunden,  sollten Sie sich selbst und Ihrer Umgebung zuliebe, anfangen sich Hilfe zu suchen.

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1468 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".