Schlesien: Neues Schlosshotel Palac Pakoszow im Hirschberger Tal

Palac Pakoszow, Schlosshotel in Schlesien, Hirschberger TalAm 1. April 2012 öffnete mit dem Palac Pakoszow (Schloss Wernersdorf) das achte Schlosshotel im Hirschberger Tal bei Jelenia Gora (Hirschberg). Nachfahren der letzte deutschen Besitzererwarben das Anwesen, sanierten es aufwendig und wandelten es in ein Hotel um.

Kein Adeliger, sondern ein reicher Fabrikbesitzer residierte einst in der Wernersdorfer Bleiche. Das schlossartige Gebäude war für den Leinenfabrikanten repräsentativer Geschäftsraum, Werkstatt und Wohnhaus in einem. Jetzt erlebt das Gebäude eine neue Blüte als Schlosshotel. Eine der schlösserreichsten Regionen Europas ist damit um eine weitere touristische Attraktion reicher. Insgesamt gibt es im Hirschberger Tal am Fuße der Schneekoppe bereits acht Schlosshotels.

Die Bleiche am Rande des kleinen niederschlesischen Dorfes Pakoszow (Wernersdorf) wurde 1725 errichtet. Im Erdgeschoss des barocken Landsitzes wurden Leinen gebleicht, die dann auf den Wiesen in der Umgebung trockneten. Im Obergeschoss befanden sich die repräsentativen Wohnräume und der Ballsaal. Zahlreiche prominente Zeitgenossen kamen zu Besuch, darunter Quincy Adams, der spätere Präsident der Vereinigten Staaten, und Friedrich der Große. Das Schloss blieb bis 1945 im Familienbesitz, nach dem Zweiten Weltkrieg war es zeitweilig Kinderheim und stand später lange Zeit leer.

Als das Ehepaar Hartmann im Jahre 2002 den ehemaligen Besitz der Eltern zum ersten Mal besuchten, fand es ein verfallenes Gebäude vor. Die beiden Ärzte aus dem Saarland hörten aber gleichzeitig, dass das Anwesen zum Verkauf stand. Nachdem der Familienrat tagte und auch die drei Kinder sich begeisterten, erwarb das Paar den früheren Familienbesitz. Am 31. März 2012 feiern sie die offizielle Eröffnung ihres neuen Schlosshotels. „Wir wollten ein Hotel einrichten, in dem wir uns auch selbst wohlfühlen würden”, sagt Ingrid Hagen. Ihr Plan ist gelungen. Das Haus stellt eine gelungene Verbindung von Tradition und Moderne dar, farbenfroher barocker Schmuck paart sich mit minimalistisch klaren Formen ganz in Weiß.

Insgesamt gibt es 18 Zimmer und Appartements im Schloss, alle individuell, sehr bedacht und mit hochwertigen Materialien eingerichtet. Manche haben eine Empore, andere eine freistehende Badewanne neben dem Bett oder ein Bad mit Rundum-Verglasung. In einem Anbau entstand ein Wellnessbereich mit einem kleinen Pool. Besonders lag den Eigentümern die Restaurierung der historischen Elemente am Herzen. Dafür holten sie sich mit dem Maler Christoph Wetzel einen Experten. Er hat bereits die Kuppel der Dresdener Frauenkirche im barocken Stil ausgemalt. Zusammen mit dem Chefrestaurator der Frauenkirche, Peter Taubert, und weiteren Helfern widmete er sich der Restaurierung des großen Festsaals mit seinen illussionistischen Malereien. Die stammen möglicherweise von einem Schüler des berühmten schlesischen Barockmalers Michael Willmann und waren nur noch in Fragmenten erhalten. Die Decke des Festsaals schmückt nun ein 50 Quadratmeter großes Gemälde voller allegorischer Darstellungen. Mit der Wernersdorfer Bleiche gibt es jetzt acht Schlosshotels in einem Radius von etwa 20 km um die Kreisstadt Jelenia Gora (Hirschberg).

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".