Wieder Streit um das Kreuz für Kaczynski

In der vergangenen Nacht haben Tausende Polen vor dem Präsidentenpalast in Warschau demonstriert. Sie forderten, dass das ursprünglich von Pfadfindern aufgestellte Holzkreuz, das an die Opfer der Flugzeugkatastrophe von Smolensk, besonders aber an der verstorbenen Präsidenten Kaxyzynski erinnert, wie ursprünglich vorgesehen in die nahe St. Anna Kirche verbracht wird.

Die Demonstranten sehen mit einem Kreuz vor dem Präsidentenpalast den verfassungsmäßigen Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat verletzt und skandierten: “In die Kirche, in die Kirche.” Die Demonstranten betonten, man lebe in einem laizistischen Staat und der Platz für Kreuze sei in der Kirche und nicht vor dem Präsidentenpalast. Die Wächter des Kreuzes, die nicht einmal mehr Priester in die Nähe des Streitobjektes vorlassen, konterten mit Transparentaufschriften wie “Lasst das Kreuz in Ruhe und erfüllt Eure Wahlversprechen, statt Polen zu spalten.”

Nach den Handgemengen der vergangenen Woche hatte die Polizei die Konfliktparteien durch Barrieren voneinander getrennt. Weitere Protestaktionen sind angesagt.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".