Warschau: Neues Nationalstadion mit einem 0:0 zwischen Polen und Portugal eingeweiht

Nationalstadion Warschau

Nationalstadion Warschau; Foto: Mateusz Wlodarczyk,

Das neue Nationalstadion in Warschau hat die Feuertaufe bestanden. Mit einem Freundschaftsspiel der Länderauswahlen von Polen und Portugal, das 0:0 endete, ist der Neubau für die Fußball-Europameisterschaft im Frühsommer 2012 eröffnet worden.

Im Vorfeld hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben. Zuletzt führten Sicherheitsbedenken zur Absage des polnischen Supercup-Spiels zwischen Legia Warschau und Wisla Krakau am 11. Februar.

Laut polnischem Gesetz müssen öffentliche Bauten von Polizei und Feuerwehr offiziell abgenommen werden, bevor sie genutzt werden dürfen. An dieser Zustimmung gebrach es damals noch, Nachbesserungen zur Sicherheit waren nötig. Inzwischen haben Polizei und Feuerwehr in Warschau das Projekt abgenommen und die Warschauer Stadtverwaltung erteilte die Freigabe. So konnte die rund 500 Millionen Euro teure neue Arena, die am 8. Juni Ort des EM-Eröffnungsspiels zwischen Polen und Griechenland sein wird, gestern ihrer Bestimmung übergeben werden

Mit dem Unentschieden zwischen Polen und Portugal waren am Ende alle Seiten zufrieden. Der polnische Trainer Franciszek Smuda meinte enthisiastisch, nach allen Hochs und Tiefs im Stadionbau könner er sagen, das das Warschauer Nationalstadion eines der schönsten Stadien Europas sei, vielleicht gar das schönste überhaupt. Auch vom Spiel seiner Mannschaft zeigte er sich angetan. Man habe die 60.000 Fans sicher nicht enttäuscht, die seine Mannschaft beim Eröffnungsspiel gegen Griechenland sicher genauso unterstützen werden

Agnieszka Olejkowska, Sprecherin des polnischen Fußballverbands PZPN, erklärte, selbst die portugiesischen Gäste hätten für dieses Stadion Komplimente gemacht. Auch habe die Organisation sensationell gut funktioniert, habe man ihr bestätigt. Polizeisprecher äußerten, außer dass man einige betrunkene Fans nicht eingelassen habe, seinen keinerlei Zwischenfälle zu verzeichnen gewesen.

Wie der Sprecher der Sicherheitskräfte Mariusz Sokolowski mitteilte habe es wohl einige Momente gegeben, an denen es stellenweise sehr eng und voll gewesen sei. Die Tatsache, dass wegten der noch anhaltenden Bauarbeiten nur drei der fünf Tore nutzbar gewesen sein, wäre das nicht verwunderlich. Das würde sicher im Juni nicht vorkommen, fügte er an. Auch mit dem Einsatz der zusätzlichen Polizeikräfte aus anderen Städten Polens, der speziellen Antiterroreinheiten und Abwehrkräften mit Spezialfunktionen habe gut geklappt bei diesem „Warm-Up“ für die Euro 2012.

So kann man dann vom gestrigen Spieltag in Warschau sagen: Generalprobe geglückt, die EURO 2012 kann beginnen.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".