Warschau, das Paris des Ostens

Die Sehenswürdigkeiten der polnischen Hauptstadt Warschau

Wer heute den quadratischen Marktplatz der Warschauer Altstadt sieht, mag kaum glauben, dass es dort zu Kriegsende nur Ruinen gab. Dieser Teil der Altstadt war schon 1953 wieder erstanden. Die Vorlagen gaben Gemälde Canalettos aus dem 18. Jahrhundert. Reich verzierte Bürgerhäuser stehen hier auf gotischen Grundmauern und sind teils wieder mit den charakteristischen doppelgestuften Dächern versehen. Die detailgetreue Aufbauarbeit an der polnischen Hauptstadt honorierte die UNESCO damit, dass sie die Warschauer Altstadt in die Liste des Weltkulturerbes aufnahm.

Spuren jüdischen Lebens

Die zerstörten Gebäude Warschaus konnte man neu errichten, die zerstörten Kulturgüter waren unwiederbringlich verloren und ein Teil der Geschichte war ausgelöscht, denn Warschau war einst nicht nur das Herz Polens, sondern auch ein Zentrum jüdischen Lebens mit 400 000 Gemeindemitgliedern. Einzig erhalten blieb die neoromanische Nozyk–Synagoge an der Grzybowska–Straße unweit des jüdischen Theaters.

Sonst findet man Spuren jüdischen Lebens fast nur noch in Gestalt jüdischen Leidens während des Holocausts. Diesem Leiden wird mit der Straße der Leiden und des Kampfes der Juden (Trakt Pamieci Meczestwa i Walki Zydow) ein Denkmal gesetzt. Entlang der Straße findet man Zeugnisse des Holocausts. Den Anfang macht an der Stawki–Straße das Umschlagplatz–Denkmal. Von hier fuhren 300 000 Menschen in die Gaskammern. Das Denkmal der Helden des Ghettos (Pomnik Bohaterow Getta) findet man an der Ecke Zamenhof / Anielewicza-Straße. Hier begann 1970 mit Willy Brandts Kniefall die deutsch–polnische Versöhnung.

Altstädter Markt (Rynek Starego Miasta) und  Königsschloss
Um die ganze Altstadt herum zieht sich die doppelreihige Wehrmauer. Die Barbakane genannte Torburg trennt Alt– und Neustadt. Mittelpunkt von Warschaus Altstadt ist der Altstädter Markt, umgeben von malerischen Straßencafes und stimmungsvollen Restaurants in wunderbar wieder aufgebauten alten Häusern.

Das Königsschloss ist vom Marktplatz aus nicht zu verfehlen. Genau davor steht die Sigismundsäule, die an König Sigismund II. Wasa erinnert, der Warschau zur Hauptstadt Polens machte. Das Schloss stammt aus dem 17. Jahrhundert und beherbergt zahlreiche Stadtansichten Canalettos. Im Rittersaal wurde 1791 die erste Verfassung ganz Europas verkündet. Mit der Fertigstellung des von den Deutschen 1944 gesprengten Schlosses war der Wiederaufbau der Warschauer Altstadt 1984 endgültig abgeschlossen.

Warschaus Einkaufs- und Flaniermeilen

Am Staszic–Palais endet die Krakowskie Przedmiescie, die in Polen als die schönste Straße der Stadt gilt. Hier beginnt die Neue Welt “Nowy Swiat”, wie die Straße, die als Warschaus Einkaufsstraße gilt, von nun ab heißt. An schönen Bürgerhäusern aus dem 19. Jahrhundert vorbei, Banken, Kaufhäusern und schicken, teuren Läden erreicht man die Kreuzung mit der Aleja Jerozolimski. Zur Weichsel hin sieht man schon den imposanten Bau des Nationalmuseums mit der großartigen Sammlung polnischer Malerei.

Der Königsweg
Vom Schlossplatz zu den Residenzen im Lazienki – Park und in Wilanow, die man unbedingt sehen sollte, führt der Königsweg, dessen ersten Teil die Krakowskie Przedmiescie (Krakauer Vorstadt) bildet. An diesem Prachtboulevard befinden sich die repräsentativen Kirchen der Stadt die großen, prunkvollen Adelspaläste und die Universität. Nur ein paar Schritte abseits liegt der Pilsudski–Platz, auf dem sich das Grabmal des unbekannten Soldaten befindet, an dem jeweils mittags der sehenswerte Wachwechsel stattfindet. Von hier aus kann man auch einen Abstecher in den Sächsischen Garten unternehmen.

Schloss Wilanow an der ul. Wiertnica wurde von König Jan III. Sobieski nach Versailler Vorbild erbaut. Besonders sehenswert in diesem herrlichen Barockschloss ist das Plakatmuseum im Gebäude der früheren Reitschule mit über 40 000 Exponaten.

Der Lazienki-Park an der ul. Agrykola ist die schönste Park- und Schlossanlage Polens . er umfasst ein Fläche von gut 80 Hektar.  Im Lazienki-Park liegen das Schloss Ujazdowski, die Sommerresidenz der Wasa-Könige, die alte und neue Orangerie, der traumverloren am Wasser gelegene Palast auf der Insel / Palac na Wyspie und das klassizistische Myslewicki-Palais / Palac Myslewickich sowie die Villa Bialy Dom, das Weiße Haus.

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Über Brigitte Jaeger-Dabek 1467 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".