Ostpreußen 1914: Als die Kosaken kamen

Russische Kosaken 1914, Foto: gemeinfrei

Fragt man heute einmal herum, was heute den Deutschen zum Thema Erster Weltkrieg so einfällt, wird man wie aus der Pistole geschossen hören: Verdun. Danach aber folgt schon bald das große Schweigen. Natürlich, Verdun ist längst zum Synonym geworden für die Blutmühle des Stellungskriegs an der Westfront, in der auf beiden Seiten ganze Generationen dahin gemetzelt wurden.

Darüber hinaus aber ist einmal abgesehen vom Auslöser des Krieges, dem Attentat von Sarajewo oder dem Gaskrieg bei Ypern, das Wissen über das übrige Geschehen verblasst und fast ausschließlich auf die Kenntnisse über die Westfront in Nordfrankreich und Belgien beschränkt, Schon die kaum weniger Opfer fordernden Fronten in den Dolomiten und am Isonzo sind aus dem Blickfeld gerückt.

Fast ganz aus der Erinnerung gerutscht ist die Ostfront, an der schon zu Kriegsbeginn 1914 die österreichisch-ungarischen Truppen an der Front in Galizien Verluste erlitten, von denen sie sich nie mehr erholten. Ostfront – das ist allenfalls noch durch den Frieden von Brest-Litowsk bekannt.
Dann ist da noch die Tannenberg-Schlacht (26. Bis 30.8.) . „Ach ja, Tannenberg, das war doch der Sieg von Hindenburg, ja, doch ..“ hört man dann.

Das steht im seltsamen Kontrast zu den Behauptungen, die man selbst in zahlreichen Fernsehproduktionen aus Anlass der hundertsten Wiederkehr des Kriegsausbruchs 1914 immer wieder hört: „Der Erste Weltkrieg fand ja nicht auf deutschem Boden statt.“ Das aber ist schlicht falsch.

Es ist völlig in Vergessenheit geraten, dass unsere Großmütter-Generation (meine beiden Großmütter flohen damals schon einmal, die eine bis nach Perleberg) bereits im Ersten Weltkrieg einmal geflüchtet ist, sofern sie denn in Ostpreußen lebte.

Und der Erste Weltkrieg in Ostpreußen war nicht nur die eine Schlacht bei Tannenberg, sondern eine im August 1914 beginnende, Monate währende Besetzung des größten Teils der damals östlichsten Provinz Deutschlands. Erst im Frühjahr 1915 war Ostpreußen wieder ganz befreit. Mit der Schlacht bei Tannenberg war es nicht getan, drei weitere Schlachten, eine an den Masurischen Seen (5. Bis 15.9. 1914), dann die Masurische Winterschlacht (6. bis21.2.1915) und schließlich die Märzschlacht im Memelland (18. Bis 29.3. 1915)waren dazu nötig. Dazwischen lagen Monate russischer Besetzung. Die Provinz wurde durch die Kriegshandlungen schwer zerstört, die Schadensaufnahme ermittelte Verluste von umgerechnet 15,3 Milliarden Euro an Vieh und Gebäuden, rund 100.000 Ostpreußen hatten alles verloren.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".