Airport Olsztyn-Mazury: Direkt nach Masuren fliegen

Terminal des Flughafens Olsztyn-Mazury, Foto: Presseinfo SZY

Terminal des Flughafens Olsztyn-Mazury, Foto: Presseinfo SZY

In der Rekordzeit von nur anderthalb Jahren entstand der neue Flughafen Olsztyn-Mazury in der nordpolnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Am 21. Januar 2016 begann der regelmäßige Flugverkehr.

Für umgerechnet rund 50 Millionen Euro entstand am früheren Standort eines Militärflughafens bei Szymany, ein moderner Regionalflughafen. Nichts ist mehr zu sehen von der jüngsten Geschichte, als der Flughafen auch für den Transport der Gefangenen in das damalige nahe CIA-Gefängnis diente. Das Terminalgebäude greift die Architekturformen der Region auf. Mit viel Glas, Holz und einem geschwungenen Dach wirkt es leicht und warm. Bis zu 300.000 Passagiere können dort jährlich abgefertigt werden, durch Erweiterungsbauten kann die Zahl perspektivisch bis auf eine halbe Million steigen. Die erneuerte Start- und Landebahn hat eine Länge von 2.500 Metern, sodass dort auch größere Passagiermaschinen wie die Boeing 737 oder ein Airbus A320 landen können. Große Pläne und Erwartungen auf eine neue Perspektive für die Region begleiteten also den Start des Flughafens, der sich aber langsam entwickeln soll. Der neue Flughafen hat eine direkte Bahnanbindung mit einem der neuen Pendolino-Züge, der in etwa 45 Minuten zum Hauptbahnhof der Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn (Allenstein) fährt. Für Urlauber interessant sind die im Terminal des Flughafens mit dem IATA-Kürzel SZY angesiedelten Autovermietungen.

Der Start des Flughafens am 21. Januar 2016 gelang problemlos mit zunächst einer Fluglinie, der polnischen SprintAir und den beiden Linien nach Berlin-Tegel und Krakau über die Bühne. Nach den ersten drei Monaten zeigte die Sprint Air sich zufrieden zog die Option und verlängerte ihr Engagement in Olsztyn-Mazury bis Anfang Juni. Das hat derzeit den Nachteil, dass Flüge bisher nur bis zu diesem Zeitpunkt gebucht werden können, denn danach fängst die Urlaubssaison erst an.

Derzeitiges Flugangebot:

+  Berlin-Tegel
+  München Franz-Josef Strauß
+  Krakau
+  London-Luton

Jeweils drei Mal pro Woche bedient die SprintAir mit 33-sitzigen Turboprop-Machinen des Typs Saab 340 die beiden Linien nach Krakau und Berlin-Tegel. Flugtage sind nach Berlin Dienstag, Donnerstag und Sonntag, nach Krakau Mittwoch, Freitag und Sonntag. Die Auslastungen lagen bereits im ersten Monat, also noch im Winter, bei Krakau-Flügen bei 53%, bei Berlin-Flügen bei 42%.

Am 17. Juni startet die von der zur Star Alliance gehörende slowenische Adria Air mit 84-sitzigen Jets des Typs Bombardier CRJ 900 die Verbindung zum Münchner Flughafen Franz-Josef Strauß. Ebenfalls dreimal wöchentlich befördert die Adria ihre Passagiere im Codesharing-Verfahren von und nach München. So haben Passagiere die Möglichkeit München als Zwischenstopp zu nutzen und das Gepäck an den Zielflughafen durchchecken zu lassen. Flugtage sind Montag, Mittwoch und Freitag. Für die Urlaubszeit werden hier durchschnittliche Auslastungen von bis zu 93 Prozent erwartet.

Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air wird vom 18. Juni an dreimal wöchentlich am Dienstag, Donnerstag und Samstag eine Verbindung von und nach London Luton anbieten. Geflogen wird mit dem Airbus A320-200, dem Standardflieger der Wizz Air-Flotte. Die Flugtage sind noch nicht bekannt.

Der Flughafen ist in Gesprächen über weitere Flugverbindungen und Fluggesellschaften. Geplant ist unter anderem eine Verbindung ins Ruhrgebiet. Auch soll die Flughafenverwaltung nun doch auch mit dem irischen Carrier Ryanair verhandeln um Flughäfen wie Dortmund oder auch die skandinacischen

Masurenurlauber warten auf weitere Verbindungen nach Deutschland. Doch muss man dabei verstehen, dass Masuren kein Ganzjahresurlaubsziel ist, was ein erweitertes Flugnetz sicherlich auf Dauer ändern helfen könnte. Doch weil es eben so ist, sind damit gute Auslastungen nur von Mai bis Ende September zu erreichen. Leben und überleben wird der Flughafen immer zu einem großen Teil mit von den dort ansässigen Menschen und ihren Angehörigen, die als Arbeitsmigranten im Ausland leben, vor allem In Großbritannien und Norwegen.

Und so sehen die Plazahlen aus: Der Airport wird zunächst auf eine jährliche Passagierzahl von 57.000 pro Jahr ausgelegt. Im Verlauf der nächsten 20 Jahre soll dann die Passagierzahl auf 731.000 gesteigert werden. Angepeiltsind für den Anfang 5.600 Starts und Landungen pro Jahr.

Weitere Informationen zum Airport Olsztyn-Mazury

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Über Brigitte Jaeger-Dabek 1459 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".