In Masuren neue Kraft tanken – ein Kurztrip ins Seenland


Foto: Traumverlorene Landschaften in Masuren, Flickr DSC01361 Roman Filipkowski CC BY 2.0

Kaum eine Landschaft Polens vermag ein solches Gefühl der Sehnsucht und Melancholie auszulösen wie die Masurische Seenplatte. Zwischen Licht und Dunkel driften Urlauber hier gerne in eine Welt von zarten, geheimnisvollen Nebeln über Mooren und Seen ab. Die idyllische Landschaft mit ihren einsamen Seen und Flussläufen lädt nicht nur zum Träumen und Sinnieren ein, sondern auch zu Kajak- und Kanufahrten sowie zu Radtouren.

Die Region Ermland/Masuren ist ein beliebtes Erholungsgebiet für zivilisationsmüde Großstädter. Rund um die Masurische Seenplatte können Urlauber die unverfälschte Natur und Kultur aktiv erleben und dabei die Ruhe und Beschaulichkeit des Landstrichs genießen.

Outdoor-Aktivitäten

In den kristallklaren Seen Masurens kann man angeln, Kanufahren oder die Gegend mit dem Fahrrad erkunden. Die wenig befahrenen Straßen eignen sich optimal für längere Wander- oder Radtouren, denn in Masuren sind die Straßen fast PKW-frei und viele Bahnstrecken stillgelegt. Die Tier- und Pflanzenwelt als Zeitzeugen der 700-jährigen Geschichte bietet derweil allen, die in den naturbelassenen Landschaften nach einer sportlichen Herausforderung suchen, vielfältige Möglichkeiten. Wer sich etwa für eine der geführte Paddeltouren auf dem Krutynia entscheidet, kann seinen Start- und Endpunkt individuell bestimmen. Eine lange Tradition hat in Masuren auch das Eissegeln. Lassen die Wetterverhältnisse es zu, können sich Urlauber bei verschiedenen Verleihstationen an der Masurischen Seenplatte Segelschlitten mieten und damit über die glitzernde Eisfläche sausen.

Kultur erleben

Manch einer wird bereits durch die berühmten Kurzgeschichten und Romane des Schriftstellers Siegfried Lenz einen Einblick in die untergegangene Kultur von Ostpreußens Süden erhalten haben. Seine literarischen Liebeserklärungen “Heimatmuseum” und “So zärtlich war Suleyken” sind aber nicht das einzige Erbe der masurischen Kultur. Die Museen in Ermland und Masuren lassen diese mit interaktiven Elementen und Erinnerungsstücken wieder auferstehen. Wer über die Ostertage nach Masuren reist, kann die Auferstehung der Kultur in Gestalt der Religion hautnah erleben. Denn der katholische Glauben wird in Masuren gelebt: In den 40 Tagen vor dem Fest fasten die meisten Polen, bis am Karfreitag die Ostereier kunstvoll verziert in mit Weidenkätzchen bedeckte Körbe gelegt und am Ostersamstag vom Priester mit Weihwasser gesegnet werden. Der Ostermontag heißt hierorts auch “Nasser Montag”: In alter Tradition werden junge Mädchen und Frauen mit Wasser oder Parfüm bespritzt – als Zeichen für Fruchtbarkeit und den Sieg des Frühjahrs über den Winter.

Übernachtungsmöglichkeiten und Kulinarisches

Wer während seines Aufenthalts mit dem Blick aufs Wasser aufwachen möchte, wird bspw. in der Gegend um den See Lekuk fündig: Der Gutshof Lekuk ist umgeben vom Wald Puszcza Borecka am schönen See Lekuk. Gäste dürfen sich u.a. auf eine Unterkunft in einem noch original erhaltenen, renovierten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, einen eigenen Sandstrand und Leihfahrräder freuen.
In Masuren finden sowohl große Familien als auch Pärchen Ferienhäuser und -wohnungen. Die verschiedenen Angebote lassen sich mithilfe von Internetportalen schnell und unverbindlich vergleichen. Die Gastgeber in Masuren legen viel Wert auf Gastfreundlichkeit: Im Gutshof Lekuk etwa steht jeden Morgen ein Frühstücksbuffet bereit, bei dem hausgemachte regionale Mahlzeiten aufgetischt werden. Bedingt durch die Geschichte des Landes, vereinen die traditionellen Gerichte in Masuren Elemente der böhmischen, russischen, jüdischen, deutschen und italienischen Küche. Während des Essens können die Gäste auf der Terrasse dem Lerchengesang und dem Planschen der Fische im See Lekuk lauschen.

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1445 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".