Fluss- und Bahnfahrten und die deutsch-polnischen Beziehungen

 

Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen immer schlechter, Foto: Flickr Krakow Glowny by photobeppus CC BY-SA 2.0

Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen immer schlechter,

Zur Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen ging der ehemalige Verkehrsminister und Ministerpräsident Brandenburgs, Manfred Stolpe (SPD), Ende März mit 82 weiteren Parteigenossen sowie seiner Frau Ingrid auf eine einwöchige Flusskreuzfahrt. Station gemacht wurde unter anderem am Kloster Chorin, dem Schiffshebewerk Niederfinow, in Frankfurt (Oder), Zielona Góra sowie im Riesengebirge.
Die Deutsche Bahn und die polnische Eisenbahn Polskie Koleje Pa?stwowe (PKP) scheinen hingegen nicht so viel auf diese Verbindung zu geben. Sogar zu Zeiten des Eisernen Vorhangs verkehrten mehr Züge zwischen Deutschland und Polen, als dies heutzutage der Fall ist.

Ohne Zug nach Polen

Der symbolischen Handlung des ehemaligen Verkehrsministers könnte man mehr Symbolcharakter zusprechen, als eigentlich gewünscht war. Geht es weiter wie in der letzten Zeit, so könnten böse Zungen nämlich mit Blick auf die Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen sagen, könne man demnächst nur noch mit Kreuzfahrtschiffen zwischen beiden Ländern verkehren. Denn während der ehemalige Verkehrsminister Kapitän spielt, gibt es kaum noch gute Zugverbindungen in unser Nachbarland. Nachdem schon im Dezember die Verbindung Berlin-Breslau gestrichen wurde, wurde in diesem Frühjahr auch die Strecke Dresden-Breslau eingestellt. Es habe sich bedauerlicherweise nicht mehr gelohnt, diese Strecke zu befahren, bekundeten die Zuständigen. Das allerdings ist nach Auffassung von Jens Schneider von der Süddeutschen Zeitung alles andere als eine Überraschung. Die Strecke sei über Jahre vernachlässigt worden. Wegen des schlechten Zustands der Gleise hätten die Züge so langsam fahren müssen, dass die Kundschaft nach und nach ausblieb. Es liege auf der Hand, dass ein Zug, der für 330 km ungefähr fünf Stunden braucht, in der heutigen Zeit nicht mehr rentabel sei.

Kreuzfahrten für Touristen

Immerhin gibt es eine gute Zugverbindung zwischen Berlin und Warschau. Darüber hinaus haben sich diverse Busunternehmen etabliert, die nunmehr den größten Anteil des öffentlichen Verkehrs zwischen Polen und Deutschland übernommen haben. Die erwähnten Flusskreuzfahrten werden also auch in Zukunft den Touristen vorbehalten bleiben. Umfragen zufolge konnten im letzten Jahr unter den Flusskreuzfahrten besonders die Reisen von A-ROSA und TUI Flusskreuzfahrten überzeugen. Doch nicht nur die Reederei sollte mit Bedacht gewählt werden, auch der Reiseanbieter sollte gute Bewertungen aufweisen können. Dazu lohnt es sich, die Erfahrungen, die auf renommierten Bewertungsportalen wie seereisebewertungen.de oder getestet.de geschildert werden, zur Entscheidung heranzuziehen.

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Über Brigitte Jaeger-Dabek 1450 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".