Polen: Der Herbst der großen Festivals und Biennalen

Chopin Wettbewerb

Chopin Wettbewerb,

Der Herbst ist in Polen die Zeit der großen Musikfestivals; in dieser Zeit lohnen sich Städtereisen besonders. Das Polen Magazin bringt einen Überblick über die wichtigsten Events:

Meditations Biennale Poznan

In Poznan wird vom 5. September bis 30. Oktober die zweite Mediations Biennale veranstaltet. Die Eröffnung der Kunstschau fällt zusammen mit der ASEM-Konferenz, zu der 43 Kulturminister aus Asien und Europa erwartet werden. Bei der ersten Biennale waren rund 250 Arbeiten von Künstlern aus dem Inund Ausland zu sehen. Wichtigste Ausstellungsorte sind das Nationalmuseum und das Kulturzentrum im ehemaligen Kaiserschloss, daneben sind zahlreiche Exponate in Galerien sowie im öffentlichen Raum zu sehen.
Mehr Infos: www.mediations.pl

3. Kunstbiennale Fokus Lodz
Die 3. Kunstbiennale Fokus Lodz findet vom 11. September bis 10. Oktober statt. Der Titel „Vom plac Wolnosci zum plac Niepodleglosci“ benennt die Endpunkte der Piotrkowska- Straße. Entlang der fünf Kilometer langen Magistrale sollen die von einer internationalen Jury ausgewählten Künstler Arbeiten präsentieren, die sich auf das unmittelbare Umfeld beziehen. Während so genannter Workshop- Tage vor der Biennale können Passanten die Entstehung der Kunstwerke beobachten. Die Biennale sieht sich in der Tradition der Ausstellungsreihe „Construction in Process“. Sie fand erstmals kurz vor Beginn des Kriegsrechts 1981 in ?ód? statt und war die bis dato größte Schau westlicher Kunst in Mittel- und Osteuropa.
Mehr Infos: www.biennalelodz.pl

Wratislavia Cantans
Bereits zum 45. Mal findet in diesem Herbst das internationale Festival „Wratislavia Cantans“ in der niederschlesischen Metropole Wroc?aw (Breslau) statt. In den schönsten Kirchen und Konzertsälen erklingen vom 4. bis 12. September Oratorien, Symphonien und Kantaten. Das diesjährige Festival ist vor allem der Musik von Johann Sebastian Bach gewidmet. Unter anderem wird der belgische Dirigent Philippe Herrweghe erwartet. Er zählt zu den wichtigsten Protagonisten der historischen Aufführungspraxis, bei der Instrumente aus der Epoche des jeweiligen Komponisten zum Einsatz kommen. Unter seiner Leitung wird Bachs Messe in B moll aufgeführt. Beim Abschlusskonzert treten mehr als 450 Musiker auf. Paul McCreesh, der künstlerische Leiter des Festivals, dirigiert dabei die Große Totenmesse, ein Monumentalwerk von Hector Berlioz. Während des neuntägigen Festivals finden auch zahlreiche Konzerte in historischen Gebäuden in der Umgebung statt.
Mehr Infos: www.wratislaviacantans.pl

Sacrum Profanum Krakau
Zu einem der wichtigsten europäischen Festivals für zeitgenössische Musik hat sich „sacrum + profanum“ in der Kulturstadt Krakow (Krakau) entwickelt. Es findet vom 12. bis 18. September 2010 statt und widmet sich in seiner achten Auflage besonders der Musik Nordeuropas. Eigens für das Festival entstand das Projekt múm & friends. Die isländische Band múm, bekannt für experimentelle Musik, wird verstärkt durch weitere isländische Künstler, die Sinfonietta Cracovia und den Chor des Polnischen Rundfunks. Gemeinsam bestreiten sie das Auftaktkonzert an einem ungewöhnlichen Ort – in der Verzinkerei des Stahlwerks von Nowa Huta. Dort ist an den beiden letzten Tagen auch der Gitarrist und Sänger Jónsi zu erleben, mit bürgerlichem Namen Jón Pór Birgisson, Mitbegründer der legendären Band Sigur Rós und gerade mit seinem ersten Soloalbum auf Welttournee. Sein Falsettgesang, das Spiel der E-Gitarre mit einem Cellobogen und eine Atem beraubende Bühnenshow machen den Paradiesvogel unverwechselbar. Erwartet werden darüber hinaus bekannte Interpreten zeitgenössischer Musik wie das Klangforum Wien, London Sinfonietta, das niederländische Ensemble Asko/Schönberg und das Frankfurter Ensemble Modern.
Mehr Infos: www.sacrumprofanum.com

53. Internationalen Festival Warszawska Jesien
Um das Keyboard dreht sich alles beim 53. Internationalen Festival Warszawska Jesien (Warschauer Herbst) in der polnischen Hauptstadt. Das älteste Festival für zeitgenössische Musik in Mittel- und Osteuropa will damit die Brücke schlagen zum Chopin- Jahr, das zum 200. Geburtstag des Klaviervirtuosen in Polen veranstaltet wird. Die ganze Vielfalt der Keyboards wird während der Konzerte vom 17. bis 25. September zu erleben sein, unter anderem bei einem Kooperationsprojekt der Warschauer Musikuniversität und des Norwegischen Zentrums für Technologie in Musik und Kunst (NOTAM). Eröffnet wird das Festival mit einer Erstaufführung des bekannten polnischen Komponisten Zygmunt Krauze für vier Pianos und ein Orchester. Auch zahlreiche andere Kompositionen werden in Warschau ihre Welturaufführung erleben. Als Gegenpart zum Hauptthema werden Arbeiten präsentiert, in denen die Stimme im Mittelpunkt steht, darunter „In der Matratzengruft“, die letzte Arbeit des 2008 verstorbenen Komponisten Mauricio Kagel.
Mehr Infos: www.warszawska-jesien.art.pl

Chopin-Wettbewerb Warschau
Im 200. Geburtsjahr von Fryderyk Chopin messen sich die weltbesten Nachwuchs-Pianisten beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau. Der begehrte Preis für junge Pianisten wird alle fünf Jahre vergeben. Eröffnet wird der Wettbewerb mit zwei öffentlichen Konzerten früherer Preisträger, darunter der argentinischen Pianistin Martha Argerich, am 1. und 2. Oktober. Die öffentlichen Abschlusskonzerte mit den diesjährigen Preisträgern finden am 22. und 23. Oktober statt. Dazwischen gibt es zahlreiche weitere Aufführungen für die breite Öffentlichhkeit.
Mehr Infos: www.konkurs.chopin.pl

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1496 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".