Polen: Neue Ausstellungsräume auf Schloss Pszczyna

Schloss und Schlossmuseum Pszczyna (Pleß), Foto: Hons084, CC-BY-SA-3.0-PL

Frisch saniert und renoviert sind die historischen Wirtschaftsgebäude des Schlosses von Pszczyna (Pleß) in Oberschlesien. Demnächst werden sie für Besucher geöffnet. Die Stallungen und das Wagenhaus wurden in den 1860er Jahren im neoromanischen Stil errichtet. Die Automobilgaragen stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der gesamte Komplex der Wirtschaftsgebäude, zu dem auch noch mehrere Wohngebäude und eine Mühle gehören, wird vom Schlossmuseum Pszczyna verwaltet.

Künftig sollen dort ständige und wechselnde Ausstellungen untergebracht werden sowie verschiedene Veranstaltung stattfinden. In der Haupthalle des einstigen Pferdestalles werden Exponate zur Jagdgeschichte, zur Pferdehaltung in Pszczyna sowie einige ethnographische und archäologische Fundstücke zu sehen sein. Die Pferdeboxen sollen darüber hinaus Raum für spezielle Wechselausstellungen bieten.

Als erste Wechselausstellung können Besucher des Anwesens im kommenden Frühjahr Fotografien aus den Beständen des Victoria & Albert Museum sowie der Royal Collection in London bewundern. Die Bilderreihe mit dem Titel „Narrated in calm prose“ wurde im späten 19. Jahrhundert vom Studio Lafayette angefertigt und stellt die berühmte aus England stammende Fürstin Daisy von Hochberg-Pleß und ihre Verwandten dar. Fürstin Daisy gilt als eine der schillerndsten Figuren des europäischen Hochadels ihrer Zeit. Berühmt waren ihre exklusiven Jagdgesellschaften auf ihren schlesischen Schlössern. Zugleich organisierte sie zahlreiche soziale Projekte in Schlesien.

In der ehemaligen Sattlerei des Schlosses und den angrenzenden Räumen sollen ein Restaurant, eine Andenkenhandlung sowie sanitäre Einrichtungen und die Kasse untergebracht werden. Das Obergeschoss der Stallungen soll unter anderem eine Bibliothek, konservatorische Werkstätten sowie einen Hörsaal beherbergen. Im Erdgeschoss des einstigen Wagenhauses wird eine Sammlung historischer Wagen, Schlitten und Automobile ausgestellt. Das Obergeschoss soll als Veranstaltungssaal für Kunst- und Kulturevents genutzt werden. Die beiden ehemaligen Mühlgebäude werden als Galerien dienen und das Garagengebäude wird künftig Museumswerkstätten beherbergen.

Schloss Pszczyna wurde erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Seine heutige neobarocke Form erhielt es 1870-1876 unter den Fürsten von Hochberg-Pleß. Besucher können dort die historischen Inneneinrichtungen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert besichtigen. Zu sehen sind auch das ehemalige Appartement von Kaiser Wilhelm II. und die Rüstkammer. Der Spiegelsaal des Schlosses dient als einzigartige Kulisse für Konzertveranstaltungen. Schon seit 1979 findet dort die „Abendgesellschaft bei Telemann“ statt, wo man nach einem Gläschen Sekt die Musik des Komponisten genießt. Telemann war 1704-1707 Kapellmeister und Organist in Pless.

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Über Brigitte Jaeger-Dabek 1450 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".