Polen: Schlesier sind keine Nation

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Polens oberstes Gericht hat am 5. Dezember in Warschau entschieden: Es gibt keine schlesische Nationalität. Eben weil das Gericht das so sieht, kann dem Antrag des Verbands der Menschen schlesischer Nationalität  auf Eintragung ins Vereinsregister unter diesem Namen nicht stattgegeben werden.

Auch wenn das Gericht nicht bestritt, dass es zumindest einen schlesischen Dialekt, wenn nicht gar eine schlesische Sprache, ein starkes schlesisches Identitätsgefühl und viele Traditionen gäbe, sei das für eine Anerkennung als ethnische Minderheit nicht genug. So kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Autonomieforderungen des Verbandes der Schlesier nicht konform vor allem mit dem Art. 3 der polnischen Verfassung seien, denn sie würden Einheit und Integrität des polnischen Staates schwächen. Dazu führe der gewählte Vereinsname in die Irre, begründete das Gericht seine Entscheidung.

So bleibt es dabei, dass die Schlesier nur als Volksgruppe mit einem regionalen Dialekt gelten. Eine Anerkennung als ethnische Minderheit hätten den Schlesiern den vollen Anspruch auf staatliche Förderungen für den Erhalt ihrer Kultur und Sprache beschert.

In der vom polnischen statistischen Hauptamt GUS  2011 durchgeführten Volksbefragung, dhatten sich 809.000 Bürger als Schlesier bekannt, 415.000 von ihnen fühlten sich auch als Polen. Zur ausschließlichen Nationalität „Schlesisch“ hatten sich damals 362.000 Befragte bekannt. In der Folge hatte das Bezirksgericht in Opole (Oppeln) im Dezember 2011 die Registrierung des Verbandes der Menschen schlesischer Nationalität  (Stowarzyszenie Osob Narodowosci Slaskiej), der um die Anerkennung der Schlesier als ethnische Minderheit kämpft, im Vereinsregister für zulässig erklärt. Dagegen hatte damals die Bezirksstaatsanwaltschaft Klage eingelegt.

Die (Ober)Schlesier wollen sich auch von diesem Urteil des Obersten Gerichts in Polen nicht  beirren lassen und den Kampf um Anerkennung als ethnische Minderheit in Polen fortsetzen. Marek Plura, Sejmabgeordneter der Regierungspartei Bürgerplattform (PO) sah in dem Urteil eine Behandlung der Schlesier als „Staatsbürger zweiter Klasse“ und sprach sich dafür aus, ein Bürgerbegehren anzustrengen, um einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzubereiten.

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1588 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".