Walesa will wieder antreten

Das Kandidaten-Karussell zur Präsidentschaftswahl ist eröffnet.

Eigentlich wollte Lech Walkesa im Oktober 2008 nur seine neue Autobiografie vorstellen. Doch dann sorgte er für Unruhe im politischen Warschau als er ankündigte, er wolle in zwei Jahren für das Amt des polnischen Präsidenten kandidieren – sofern er dann die Möglichkeit hätte, seine Ideen zu verwirklichen. Damit ist das Kandidaten-Karussell vorzeitig eröffnet und die Debatte eröffnet.

Doch ginge es nach Lech Walesa, würde es keine zwei Jahre mehr bis zur nächsten Präsidentenwahl dauern. er setzt sich dafür ein, die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Lech Kaczynski vorzeitig zu beenden, da er Polen schade und das Land der Lächerlichkeit preisgebe. Es sei an der Zeit, einen juristisch einwandfreien Weg zu finden, Kaczynski des Amtes zu entheben.

Neben Lech Walesa werden in Warschau bereits weitere Kandidaten-Namen gehandelt. Prominentester Interessent ist Regierungschef Donald Tusk (PO), der im Fernsehsender TVN bestätigte, durchaus nicht abgeneigt zu sein.

In gut unterrichteten Kreisen Warschaus geht man davon aus, dass die vorzeitige Debatte Lech Kaczynski zumindest schwächen wird, was das Regieren für die PO einfacher machen würde. Kaczynski  jedenfalls reagierte gereizt und pfiff seinen Kanzleichef Kownacki zurück, der verkündet hatte, Kaczynski werde sicher wieder kandidieren. Dazu gäbe es noch keine Entscheidung gab der amtierende polnische Präsident zu verstehen.

Wäre heute in Polen Präsidentschftswahl, hätte Kaczynski allerdings wohl keine Chance, nur 7 Prozent der Polen würden für ihn stimmen zeigen jüngste Umfrageergebnisse.

(c)Brigitte Jäger-Dabek

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".