PwC-Analyse: Prognosen zur polnischen Volkswirtschaft

News, Das Polen Magazin

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hat die polnische Volkswirtschaft unter die Lupe genommen und sie als dynamisch eingestuft.

Die PwC-Prognose sieht die polnische Wirtschaft bis zum Jahr 2050 in einer ausgesprochen schwungvollen Entwicklung, die so dynamisch sein wird, wie keine andere in Europa. So könnten es bis 2020 Wachstumsraten von jährlich es 3,4 Prozent sein. Erst dann wird die Dynamik des Prozesses nachlassen, da dann die Aufholjagd schon fast beendet ist. Insgesamt gehen die Analytiker von PwC weiterhin davon aus, dass die polnische Volkswirtschaft zumindest bis zur Mitte des Jahrhunderts die sich am schnellsten entwickelnde Volkswirtschaft bleiben wird. Die Marktvorteile für Polen sieht PwC bei moderaten Arbeitskosten und einer raschen Qualitätssteigerung im Bereich Human Ressources durch hohe erreichte Bildungsstandards. Doch sieht PwC auch einige noch nicht ganz aufgeholte Schiefstände in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Innovationen und erwartet dort verstärkte Anstrengungen und Investitionen.

Der PwC-Experte Mateusz Walewski teilte der Presseagentur PAP gegenüber mit, Die Haupt-Standortvorteile Polens im Kampf um Investoren lägen bei den relativ attraktiven Arbeitskosten, dem Qualitätssprungs bei den Human Ressources und einer im internationalen Maßstab vergleichbar hohe politische und wirtschaftliche Stabilität. Derzeit sieht Walwewski allein schon die Fortsetzung der Transformation durch den Wandel der Wirtschaft von einer Produktion mit einer geringen Technologie-Nutzung (sprich Automation) und hohem Arbeitskräfteeinsatz in Richtung einer Produktion mit einer im internationalen Vergleich mittleren Technologienutzung und Montage von komplizierteren Produkten als ausreichend an, um ein dynamisches Wachstumstempo für die nächsten fünf bis sieben Jahre stabil zu halten. Dann aber sein diese einfachen Reserven durch eine Erhöhung der Produktivität ausgeschöpft, meint Walewski.”Aus diesem Grund sieht Walewski polnische Unternehmen aus Sektoren mit intensiver Technologienutzung nun am Zug, in die Wertschöpfungskette aufzurücken durch höhere Investitionsaufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Innovationen.

Die PwC-Prognosen sehen Polen mit der höchsten durchschnittlichen Wachstumsrate unter allen großen Volkswirtschaften der EU, selbst Russland könnte bei der langfristigen Wachstumsrate von Polen überholt werden. Eine der größten Herausforderung für die polnische Volkswirtschaft sehen die PwC-Analysten in der politischen Krise in der Ukraine. Auch die Probleme Eurozone werden als schwer kalkulierbar eingeschätzt. So könnten diese beiden Problemfelder entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der polnischen Volkswirtschaft haben.

 

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".