Reisetipps: Ein Wochenende in Warschau

Blick auf Warschau, Foto: Filip Bramorski, CC-BY-SA-2.0
Sie haben noch ein paar Urlaubstage übrig? Wie wäre es, wenn Sie die für einen Städtetrip nutzen, um die polnische Hauptstadt Warschau kennenzulernen? In Warschau erleben Sie Polens modernste Seite mit einer sich in atemberaubendem Tempo fast täglich neu erfindenden Stadt, die Europas Boomtown ist. Längst kein Geheimnis mehr ist auch ein Trip nach Warschau zu Shoppen.

Geschichtsträchtig nicht nur in der Altstadt, dazu oft direkt um die Ecke eine hypermoderne Hochglanz-Wolkenkratzercity in der das Big Business boomt, das macht die polnische Hauptstadt so spannend.

Wir haben für Sie einmal die wichtigsten Tipps für ein verlängertes Warschau-Wochenende zusammengestellt:

1. Sightseeing in Warschaus Altstadt

Wer sich hier wie in der ganzen Altstadt umschaut, wird es sich kaum vorstellen können, dass hier 1945 kein Stein mehr auf dem anderen stand. Der Wiederaufbau der Warschauer Altstadt nach Gemälden Canalettos aus dem 18. Jahrhundert wurde zu einer nationalen Kraftanstrengung sonders gleichen. Die Aufbauarbeit wurde von der UNESCO mit der Aufnahme der Warschauer Altstadt in die UNESCO-Weltkulturerbeliste belohnt.

Viel zu sehen gibt es in Warschaus Altstadt, die von einer doppelreihigen Stadtmauer umgeben ist deren markantester Punkt die Barbakane genannte Torburg ist. Zentraler Platz ist der quadratische, von reich verzierten Bürgerhäusern umstandene Altstädter Markt (Rynek Starego Miasta), den man heute in zahlreichen Straßencafés und Restaurants genießen kann. Nicht versäumen sollte man einen Besuch der bekanntesten Weinstube der Stadt, der gut 300 Jahre alten Winiarnia Fukierowska, die aus der großen Zeit des Wirtschaftsimperiums der Fugger stammt.

Nicht weit vom Markt entfernt befindet sich unübersehbar das Warschauer Königsschloss, das 1944 nach dem Warschauer Aufstand von Deutschen gesprengt wurde. Mit seinem Wiederaufbau wurde die Rekonstruktion der Warschauer Altstadt 1984 beendet. Vor dem Schloss erinnert die Sigismundsäule an König Sigismund II., der Warschau einst zur Hauptstadt Polens machte. Das Schloss wie es heute aussieht, stammt aus dem Ende des 16. Jahrhundert. Es beherbergt heute neben einer großen Gemäldesammlung auch die Stadtansichten Canalettos. Im Rittersaal wurde 1791 die erste Verfassung ganz Europas verkündet.

2. Die Straße des jüdischen Leidens

Spuren jüdischen Lebens gibt es nur noch wenige. Des jüdischen Leidens im Holocaust gedacht wird mit der Straße der Leiden und des Kampfes der Juden (Trakt Pamieci Meczestwa i Walki Zydow), an der Zeugnissen des Holocausts zu finden sind. Den Anfang macht an der Stawki–Straße das Umschlagplatz–Denkmal. Von hier aus wurden 300 000 Menschen in die Gaskammern geschickt. Das Denkmal der Helden des Ghettos (Pomnik Bohaterow Getta) findet man an der Ecke ul. Zamenhofa / ul. Anielewicza. Hier begann 1970 mit Willy Brandts Kniefall die deutsch–polnische Annäherung.

3. Warschaus Pracht- und Einkaufsmeilen

Unbestritten schönste Prachtmeile der Stadt ist die Krakowskie Przedmiescie (Krakauer Vorstadt)An diesem noblen Boulevard reihen sich Warschaus repräsentativste Kirchen auf, sowie die großen, prunkvollen Adelspaläste und auch die Universität. Der Pilsudski–Platz liegt nur wenige Schritte abseits, dort befindet sich das Grabmal des unbekannten Soldaten, an dem mittags immer der Wachwechsel stattfindet – ein Muss beim Warschau-Besuch.

Nowy Swiat, Neue Welt heißt Warschaus schönste Einkaufs- und Flaniermeile, die sich der Krakowskie Przedmiescie anschließt. Neben prächtigen Bürgerhäusern aus dem 19. Jahrhundert haben sich hier Banken, große Kaufhäuser sowie schicke, teure Läden angesiedelt.

4. Shopping in Warschau

Ein Geheimtipp ist Shopping in Warschau längst nicht mehr und für Deutsche immer noch günstig. Die Dichte von Shoppingmalls ist enorm, dort fehlt kein In-Label und keine angesagte Marke, die Zahl der Nobelboutiquen wächst unentwegt. Eine der Shopping-Attraktion Warschaus ist das Luxuskaufhaus vitkAc im Zentrum. Dort geben sich die Edelmarken der Welt auf 11.000 Quadratmetern Fläche ein Stelldichein.

Doch auch genuin Polnisches findet man in der Stadt. Junge kreative Modemacher und ihre Labels findet man genauso in der ul. Chmielna wie exklusive, handgenähte Schuhe. Die bekanntesten polnischen Label sind Reserved und Polscy Projektanci.

Shopping-Extra

Wenn die Kreditkarten noch nicht glühen sollten: In der Nähe von Bahnhof und Kulturpalast liegen die Zlote Tarasy (Goldenen Terrassen), ein 225.000m² großes Einkaufszentrum der Superlative. Unter einer spektakulären wellenförmigen Glas-Konstruktion findet sich über 200 Geschäfte und Restaurants, im großzügigen Atrium finden Livekonzerte statt. Geöffnet sind die Zlote Tarasy an sieben Tagen die Woche. Fast alle denkbaren Marken und Läden sowie ein großes Kino und ein Fitnessstudio sind hier vertreten.

Warschau Extra:

Der Königsweg – Hinaus ins Grüne

Der Königsweg führt vom Schlossplatz über den Prachtboulevard Krakowskie Przedmiescie (Krakauer Vorstadt) nach Wilanow und zum Lazienki-Park. Wer genug Zeit hat sollte vor allem im Sommer hier so viel Kultur auch im Freien genießen.

Schloss Wilanow wurde von König Jan III. Sobieski nach dem Vorbild von Versailles erbaut. Sehenswert in diesem herrlichen Barockschloss ist das Museum polnischer Plakatkunst im Gebäude der früheren Reitschule.

Der Lazienki-Park ist mit einer Fläche von gut 80 Hektar die schönste Park- und Schlossanlage ganz Polens. Eingebettet ist das Schloss Ujazdowski, das einst Sommerresidenz der Wasa-Könige war, die alte und neue Orangerie, und der romantisch-verträumt am Wasser gelegene Palast auf der Insel / Palac na Wyspie, dazu das klassizistische Myslewicki-Palais / Palac Myslewickich sowie die Villa Bialy Dom, das Weiße Haus.

Rundblick vom Kulturpalast

Der mitten in der Stadt am Bahnhof in den 1950er Jahren im Zuckerbäckerstil erbaute Kulturpalast war ein stets ungeliebtes Geschenk Stalins. Er ist mit 231 Metern noch immer das höchste Gebäude der Stadt und bietet von seiner Aussichtsplattform einen grandiosen Blick über die 1,7-Millionenstadt

Warschau bietet zur Übernachtung die gesamte Palette von Jugendherbergen, Ferienwohnungen und Gasthäusern bis hin zu luxuriösen Vier- und Fünf-Sterne-Hotels. Zur Hotelbuchung empfiehlt die Redaktion aufgrund guter Erfahrungen das Hotelportal www.roomsXXL.de, das äußerst seriös arbeitet. Für einen Besuch in Warschau werden Hotels im Zentrum der Stadt (z.B. in der Nähe des Kulturpalastes oder des Park Mirowski) nahegelegt. Das Hotelportal bietet übrigens Hotels nicht nur in Warschau sondern auch anderen Städten Polens an.

 

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1448 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".