Schwedischer Millionär Hintermann des Auschwitz-Diebstahls?

Arbeit macht frei - Auschwitz

Arbeit macht frei – Auschwitz,

Den Diebstahl des Schriftzugs der Auschwitz-Gedenkstätte „Arbeit macht frei“ soll der schwedische Millionär und Neonazi Lars-Göran Wahlström bei seinem Freund Anders Högström bestellt haben. Das berichtete die polnische Tageszeitung „Rzeczpospolita“ in ihrer Donnerstagsausgabe in dem Artikel Prokurator zna zleceniodawc? kradzie?y napisu z Auschwitz?

Der Auschwitz-Diebstahl und die Hintergründe

Anders Högström war im Februar in Schweden verhaftet und zwei Monate später an Polen ausgeliefert worden. Ihm wurde vorgeworfen, die fünf polnischen Täter mit dem Einbruch beauftragt zu haben. Das am Eingangstor des früheren NS-Lagers befestigte Schild mit dem berüchtigten Schriftzug «Arbeit macht frei» war in der Nacht zum 18.Dezember von fünf polnischen Männern gestohlen und nach wenigen Tagen in drei Teile zerlegt wiedergefunden worden. Zwei der fünf kurz danach festgenommenen polnischen Täter gaben den Schweden Anders Högström, einen bekannten, vermeintlichen Aussteiger aus der schwedischen Neo-Naziszene als Auftraggeber an. Drei der polnischen Auftragsdiebe wurden inzwischen zu eineinhalb- bis zweieinhalbjährigen Haftstrafen verurteilt. Zwei warten noch auf ihr Verfahren.

Der Auschwitz-Diebstahl und die schwedische Neonaziszene

Laut „Rzeczpospolita“ ist Wahlström in der schwedischen Neonaziszene eine bekannte Figur,  er gilt als Aktivist und Finanzier vieler Aktionen. Mit Anders Högström sei Lars-Göran Wahlström befreundet, er unterstütze ihn auch seit Jahren finanziell. Wahlström war früher Anführer einer Neonazipartei in Schweden. Er wollte mit der „National-Sozialistischen Front“ die Demokratie auf parlamentarischem Weg aushebeln.

Bisher hat die Staatsanwaltschaft Krakau die Meldung nicht kommentiert. Boguslawa Marcinkowska, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte der „Rezczpospolita“ gegenüber jedoch, dass die Ermittler einen weiteren Antrag auf Rechtshilfe an Schweden richten werden. Dann soll der beschuldigte Wahlström in Schweden verhört werden.

Die „Rzeczpospolita“ berief sich auf die Vernehmungsprotokolle der Ermittlungen von Anders Hogström. Wahlström selbst hatte im Januar in Stockholm der Zeitung „Expressen“ gegenüber erklärt, er habe mit dem Diebstahl des Auschwitz-Schildes nichts zu tun. Das alles seien Fantasien von Högström, der damit versuchen Geld zu verdienen.

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1450 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".