Danziger Erklärung des DPG-Bundesvorstands

25. Jahreskongress der DPGB in Danzig: Plakat (c) DPGB

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften am vergangenen Sonntag im beeindruckenden Europäischen Solidarnosc-Zentrum in Danzig haben die anwesenden Mitgliedsgesellschaften und Einzelmitglieder die Resolution „Gute Nachbarschaft für ein einiges und starkes Europa“ verabschiedet.

Darin heißt es u.a.: „Die Solidarnosc hat mit großem Mut für die Freiheit gekämpft. Polen und Deutschland sind heute demokratische und freie Gesellschaften. Freiheit und Demokratie können aber nur in einem Klima der Offenheit, Toleranz und der Fairness der Mehrheit gegenüber der Minderheit gedeihen. In diesem Sinne stehen wir an der Seite der Menschen in Polen und Deutschland, die sich für Demokratie, Toleranz und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit einsetzen.“

Den vollen Wortlaut unserer Resolution finden Sie unten stehend. Die Erklärung der „Kopernikus-Gruppe“ vom 21. Juni 2016, auf die in der Resolution Bezug genommen, finden Sie auf den Seiten der Kopernikus-Gruppe im Internetportal des Deutschen Polen-Instituts .

Danziger Erklärung
Gute Nachbarschaft für ein einiges und starkes Europa

Vor dem Hintergrund der unfassbaren Verbrechen, die von Deutschen während der NS Zeit an Polen verübt wurden, empfinden wir eine große Dankbarkeit für die außerordentlich positive Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen in den letzten 25 Jahren.

Zehntausende von Bürgerinnen und Bürgern in Polen und Deutschland, die sich seit Jahrzehnten auf beiden Seiten von Oder und Neiße für die Freundschaft und die Versöhnung zwischen unseren beiden Nationen mit großem Engagement und viel Empathie engagieren, sind der Motor für diese Erfolgsgeschichte der deutsch-polnischen Nachbarschaft!

Als Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften sehen wir deshalb die derzeitige Stagnation der deutsch-polnischen Beziehungen auf Regierungsebene mit großer Sorge.

Auf unserer heutigen Mitgliederversammlung in unmittelbarer Nähe zur früheren Danziger Lenin-Werft wollen wir noch einmal den Hunderttausenden Polinnen und Polen danken, die für ihre und unsere Freiheit gekämpft haben.

Die Solidarnosc hat mit großem Mut für die Freiheit gekämpft. Polen und Deutschland sind heute demokratische und freie Gesellschaften. Freiheit und Demokratie können aber nur in einem Klima der Offenheit, Toleranz und der Fairness der Mehrheit gegenüber der Minderheit gedeihen. In diesem Sinne stehen wir an der Seite der Menschen in Polen und Deutschland, die für sich für Demokratie, Toleranz und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit einsetzen.

Aus diesem Grund begrüßen wir die Erklärung der „Kopernikus Gruppe“ vom 21.06.2016 mit dem Titel „Deutsch-polnische Partnerschaft – ein Schatz, den es zu bewahren und zu mehren gilt“ und unterstützen deren Inhalt ausdrücklich.

In der Erklärung heißt es unter anderem: „Der politische Wille zur Gemeinsamkeit ist das A und O guter Nachbarschaft.“ Diesen Willen zur Gemeinsamkeit fordern wir als der Dachverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften von den politisch Verantwortlichen ein. Ein starkes Europa kann es nur geben, wenn Polen und Deutschland einander vertrauen und füreinander einstehen.

Gdansk/Danzig, 2. Oktober 2016

Die Mitgliederversammlung bestätigte im Rahmen der Wahlen den geschäftsführenden Vorstand  des Bundesverbands der Deutsch-Polnischen Gesellschaften mit Dietmar Nietan MdB als Vorsitzenden und Gerd Hoffmann (Hamburg), Christian Schröter (Berlin) und Dr. Johannes von Thadden als stellvertretende Vorsitzende und Lilianna Russ als Schatzmeisterin in ihren Ämtern. Als Beisitzer/innen wurden Harm Adam (Göttingen), Krzysztof Blau (Sachsen-Anhalt), Anna Gatzke (Vorpommern), Peter Kokocinski (Kiel), Dr. Lothar Nettelmann (Hannover), Barbara Sabarth (Bayreuth) und Jadwiga Schöne (Sachsen) gewählt.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".