Aufrüstung in Polen

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Die Verlegung der polnischen Truppen aus dem Westen in die Grenzgebiete zur Ukraine und zu Russland, die der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak angekündigt hatte, werden nun beginnen, die Erhöhung des Verteidigungshaushalts ist verabschiedet. Demgemäß werden Polens Verteidigungsausgaben um 2% der Bruttoinlandsprodukts erhöht, also genau auf das Niveau, dass der Nato-Vertrag als Standard vorsieht. Nun wird Polen also jährlich knapp 190 Millionen Euro mehr in die Modernisierung der eigenen Truppen stecken. Dieser Haushalt und damit die Erhöhung der Mittel für die Armee sieht Polens Regierung als absolut nötig zur Sicherung der eigenen Bevölkerung an.

Das bedeutet, dass Polen jährlich 800 Millionen Zloty (188 Millionen Euro) mehr für die Modernisierung der Ausrüstung der eigenen Armee zur Verfügung stellen wird. Da der Haushalt 2015 bereits verabschiedet ist, greifen die Beschlüsse aber erst ab 2016. Das sieht Tomasz Siemoniak als spät, aber hoffentlich nicht zu spät an, und erklärte der Tageszeitung Rzeczpospolita gegenüber, dass zumindest derzeit keine Aussichten auf ein friedliches Ende der Ukraine-Krise in Sicht sei. Immerhin aber würde die Ausgabenerhöhung und ein Mehr an gut ausgebildeten Reservisten, aber auch die Aufstockung der NATO-Truppen, die im Land üben würden auf mehr als 10.000 ein großes Plus an Sicherheit für alle Polen bieten. Man stünde also besser da, als es noch vor einem Jahr der Fall war, erklärte Siemoniak.

Der polnische Generalstabschef Mieczyslaw Gocul bekräftigte in einem Interview mit der Rzeczpospolita, dass in Polen künftig auch Abteilungen der schnellen Reaktionskräfte der NATO üben würden. Dazu würden in Polen schlagkräftige Zellen aufgestellt, die sehr rasch militärische Operationen unterstützend mit vorbereiten können.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".