Bauernproteste in Polen

Russische Einfuhrverbote und eine Regierung der sie untätiges Zusehen gegenüber der Misere der heimischen Landwirtschaft vorwerfen treiben polnische Landwirte seit Mitte Februar immer wieder auf die Straßen. Tausende von Landwirte haben sich zum wiederholten Mal auf die Straßen begeben und Straßen blockiert.

Bereits Mitte Februar hatten sich mehr als tausend Bauern nach Warschau aufgemacht Straßen blockiert. Dazu haben etwa 150 Protestierende und auf dem Rasen vor der Regierungskanzlei ein Zeltlager als Protestcamp eingerichtet. Es soll so lange bleiben, bis die Forderungen erfüllt sind. Die Stadtverwaltung hatte die Genehmigung hierfür verweigert, doch wollte Landwirtschaftsminister Sawicki das Camp nicht räumen lassen. Beim polnischen Fernsehsender TVP Info kommentierte er, wenn jemand auf dem Rasen in Warschau wohnen möchte, solle er das tun, Geld allerdings werde er dort nicht finden.

Mit diesen Aktionen soll im Super-Wahljahr Druck auf die Regierung ausgeübt werden um vor allem Landwirtschaftsminister Marek Sawicki dazu zu bewegen die Verluste der polnischen Landwirte durch Putins Embargo für polnische Lebensmittel mit zusätzlichen Subventionen auszugleichen. Allerings hatte Ministerpräsidentin Ewa Kopacz bei der EU-Kommission bereits eine Kompensation von 30 Millionen Euro für die Verluste polnischer Bauern durch die russischen Sanktionen gefordert. Viel mehr ist da für die polnische Regierung derzeit nicht möglich, treffen die Sanktionen doch nicht nur die polnische Landwirtschaft.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".