Korruptionsskandal erschüttert polnischen Fußballverband

Polnischer Fußballverband PZPNDer Skandal scheint unvermeidlich: Die polnische Staatsanwaltschaft hat am 8. Dezember ein Ermittlungsverfahren gegen den polnischen Fußballverband PZPN eingeleitet. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, gehe man einem Anfangsverdacht der Korruption von Führungsfunktionären im Verband nach.

Das geschah, nachdem mit versteckter Kamera gedrehte Filmaufnahmen publiziert worden waren. In dem Film sah man illegale Preisabsprachen zwischen Zdislaw Krecina, dem ehemaligen PZPN-Generalsekretär mit einer Person, bei denen es um den Bau des neuen PZPN-Baus ging.

Durch diese Aufnahmen soll auch Gregorz Lato, PZPN-Präsident, Ex-Stürmerstar und spätestens seit der legendären Regenschlacht bei der WM 1974 Ikone des polnischen Fußballs. Mitarbeiter des Sportministeriums kontrollieren derzeit, inwieweit es beim PZPN zu Unregelmäßigkeiten kam.

Die neuen Korruptionsvorwürfe sind dabei nur die neuesten in einer ganzen Reihe von ähnlichen Skandalen. Sie stürzen den polnischen Fußball haben den Verband nur ein halbes Jahr vor der Fußballeuropameisterschaft in Polen und der Ukraine in eine neuerliche schwere Krise gestürzt. Spitzenpolitiker in Polen sprachen sich in der vergangenen Woche für grundlegende Änderungen im Verband aus undforderten personelle Konsequenzen. Doch nach Angaben von Sportministerin Joanna Mucha wird es dazu vor der EM voraussichtlich nicht mehr kommen.

Inzwischen bestritten sowohl Krecina als auch Lato die Vorwürfe. Dennoch wurde Zdislaw Krecina am Mittwoch den 7. Dezember von seinem Posten als Verbands-Generalsekretär entlassen.

Anschauen und Anhören kann man den PZPN belastende Auszeichnungen beim polnischen Fernsehsender TVN24

 

 

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".