Buchtipp: Matthias Kneips literarische Reisebilder aus Polen

cover-matthias-kneip-polenMatthias Kneip: Polen. Literarische Reisebilder

Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat der Verlag Lektora aus Paderborn 2012 unter dem Titel „Polen. Literarische Reisebilder“ eine Hard- Cover-Sonderausgabe der Polenbücher von Matthias Kneip herausgegeben.

Darin enthalten sind die Bücher „Grundsteine im Gepäck. Begegnungen mit Polen“ (2002), „Polenreise. Orte, die ein Land erzählen (2007)“ und der zuletzt erschiene Band „Reise in Ostpolen. Orte, am Rand der Mitte“ (2011).

Matthias Kneip beschreibt in den drei Teilbänden unter anderem Städte wie Warschau, Danzig und Breslau, denen in diesem Sommer durch ihre Funktion als Austragungsorte der Fußball- Europameisterschaft eine große Bedeutung zukommen wird. Viele Polen-Reisende wissen nur wenig über Polen, seine Städte und Landschaften und noch weniger über die Polen, wie sie leben und was sie denken. Ein Blick in „Polen. Literarische Reisebilder“ vermittelt ebenso feinsinnig wie informativ ein einfühlsames und zugleich lebendiges Porträt des gesamten Landes Polen und weckt Lust, dieses Land selbst zu erkunden. Der ungewöhnliche Zugang zu unseren Nachbarn in Form von Reise-Essays liefert Momentaufnahmen von Städten, Dörfern, Landschaften und ihren Bewohnern. Auf diese Weise vermittelt das Buch ein vielfältiges, buntes Bild mit zuweilen erstaunlichen und manchmal berührenden Einsichten. Immer aber ist der Blick von Matthias Kneip auf Polen und die Polen voll erkennbarer Sympathie, ohne dabei ein geschöntes Bild zu liefern.

Eine ausführliche Leseprobe finden Sie beim Lektora-Verlag

 

Der Autor Matthias Kneip

Matthias Kneip ist ein Pendler zwischen den Kulturen, ein „Grenzfall zwischen Deutschland und Polen“. Durch die Herkunft seiner Familie aus dem deutsch-polnischen Grenzland wuchs er schon als Kind mit deutschen und polnischen Traditionen zu Hause auf, ohne aber die Geschichte seiner Eltern zunächst weiter zu hinterfragen.

Erst spät begibt er sich auf die Suche nach den Ursachen für seinen „Grenzfall“, reist mit Eltern und Großeltern in die ehemals deutschen Gebiete Oberschlesiens, um schließlich dortzubleiben, weil dieses für ihn fremde und doch nicht fremde Land seine Neugier geweckt hat. Seine Erfahrungen und Eindrücke auf zahlreichen Reisen durch die Länder Ostmitteleuropas, insbesondere durch Polen, aber auch seine kritisch-distanzierte Sicht auf die Verhältnisse in Deutschland spiegeln sich sowohl in seiner Lyrik als auch in seinen publizistischen Veröffentlichungen wider.

Die vermittelnde Tätigkeit zwischen den Kulturen Deutschlands und den Ländern Ostmitteleuropas, insbesondere Polens, ist für ihn nicht nur ein wichtiges literarisches, sondern auch persönliches Anliegen. Matthias Kneip, geboren 1969 in Regensburg, arbeitet als Schriftsteller und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut und lebt in Regensburg und Darmstadt. Dazu ist Matthias Kneip Mitglied in der Redaktion der Zeitschrift „Ost-West-Perspektiven“ (OWEP) von Renovabis und Botschafter des Deutsch-Polnischen Jugendwerks.

Im Jahr 2011 erhielt er für sein Engagement für die deutsch-polnische Verständigung den renommierten „Kulturpreis Schlesien“ des Landes Niedersachsen. Im Jahr 2012 verlieh der polnische Präsident Bronislaw Komorowski Matthias Kneip das Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen in Anerkennung seiner Verdienste um die Intensivierung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Kneip sei ein Brückenbauer zwischen Ost und West und das sowohl als Lyriker, Autor von Lehrwerken über Polen, Verfasser literarischer Reiseessays sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Polen-Instituts. Besonders mit seinen Büchern hat Matthias Kneip mit seinen Büchern einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Kenntnisse und Wissen über Polen zu vermehren.

Stimmen zum Buch

„Eine legitime Erkundung und eine aufrichtige Dokumentation.“
Karl Dedecius über „Grundsteine im Gepäck“

„Es wird die Zeit kommen, da man nicht mehr nach Mallorca reisen möchte, sondern nach Osten, nach Polen zum Beispiel. Dabei könnte das Buch von Matthias Kneip als nützlicher Cicerone dienen.“
Michael Krüger über „Polenreise“

„Jeder, der wirklich wissen möchte, was Polen ausmacht, sollte sich mit diesem Buch im Gepäck auf die Reise machen. Der Autor verleiht nicht nur Orten und Menschen eine Stimme. Er verwebt in seinen Geschichten geradezu kunstvoll Filme, Legenden, Merkwürdigkeiten und literarische Texte, durch welche eine lebendige, fesselnde Lektüre entsteht, der sich der Leser kaum entziehen kann.“
Olga Tokarczuk über „Reise in Ostpolen“ 

Mein Fazit:

Das Buch „Polen. Literarische Reisebilder“ von Matthias Kneip taugt sowohl zum Schmökern an langen Winterabenden, als auch zur Reisevorbereitung. Auf den 524 Seiten nämlich wird jeder Leser irgendwann den Punkt erreichen, an dem er einfach mit den Fingern schnipst und sich sagt: „Ja! Da will ich hin! Das muss ich gesehen haben.“ Und schon ist der Polenurlaub fürs nächste Jahr in Vorbereitung. Genauso eignet sich das Buch als Reiselektüre und Reisebegleiter für die Polenreise – es informiert umfassend und zeigt die ganze Vielfalt Polens und seiner Menschen.

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1465 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".