Polen: Kommt der Euro aus Sicherheitsgründen?

Tritt Polen bakld der Eurozone bei?  Foto: LiliCharlie, CC-BY-SA-3.0

Polens Regierung ist aktiv, man möchte alles versuchen, um Polens Sicherheitspaket fester zu schnüren. Das poltische Warschau sieht derzeit in der engstmöglichen Westanbindung  das Heil, zumal die Zeichen in der Ukraine eher auf Eskalation stehen.

So suchen Polens Spitzendiplomaten Kontakte in ganz Europa auf, sowie in den USA. Klar wird in Warschau auch die Schwäche der deutschen Position im Gefüge um die Ukraine-Krise gesehen. Der deutsche Sonderweg in der Energiepolitik sei ein trojanisches Pferd für Putin, die deutsche Energieabhängigkeit von Russland könne am Ende die Souveränität Europas gefährden, arbeitete Polens Ministerpräsident Tusk die deutschen Interessenkonflikte heraus.

Ein weiterer Bereich polnischer Aktivitäten zur Erhöhung der Sicherheit des Landes und ein enges Zusammenrücken mit der NATO. Die USA hatten auf Drängen des polnischen Außenministers Sikorski bereits zwölf zusätzliche F-16-Kampfflugzeuge und 300 Soldaten nach Polen verlegt. Auch werden Aufklärunsgflugzeuge mit Awacs-Systemen nach Polen und Rumänien verlegt, um die Krise in der Ukraine besser beobachten zu können. Nach Litauen wurden sechs weitere Kampfjets  entsandt.

Nun wird bei dieser Neupositionierung Polens auch ein neues Spielfeld mit einbezogen: die Geldpolitik. Nachdem der Präsident der Polnischen Nationalbank und oberster Währungshüter Polens Marek Belka bereits zu einem Nachdenken über die rasche Euroeinführung im Land aufforderte, hat sich nun auch Premier Tusk zu diesem Thema geäußert. Der Beitritt zur Eurozone sei strategisch gesehen eine weitere Möglichkeit, Polen weiter in der Gruppe der wichtigsten Staaten zu verankern erklärte Donald Tusk in einem Interview mit dem Wochenmagazin Polityka.

Damit stellte er erstmals selbst die nationale Währung in den geopolitischen Sicherheitszusammenhang. Doch sei das seiner Meinung erst in einigen Jahren möglich, fügte er an. Doch das kann sich ändern, da laut polnischem Finanzministerium die Maastricht-Kriterien für einen Beitritt zum Wechselkursmechanismus ERM II spätestens 2015 erfüllt wird und durchaus Verhandlungssspielraum besteht.

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".