Probleme am Flughafen Warschau-Modlin

Der erst vor einem halben Jahr in Betrieb gegangene Flughafen in Modlin bei Warschau musste wegen Rissen an der Landebahn am 22. Dezember schließen. Die polnische Luftfahrtbehörde hatte beim Airport Mazowiecki Port Lotniczy Warszawa-Modlin Frostschäden an der Landebahn entdeckt und entschieden, dass die betroffenen Abschnitte nicht weiter genutzt werden können. Die verbliebenen rund 1.500 m der Landebahn sind aber zu kurz für Flieger des Kalibers Boeing 737 und Airbus A320.

Ryanair läßt daher alle Flüge wie früher wieder den Warschauer Chopin-Flughafen anfliegen. Modlin sollte die billige Alternative zum Hauptstadtflughafen Chopin sein, die günstigen Gebühren hatten Ryanair sowie die ungarische Wizzair und die inzwischen insolvente OLT Express nach Modlin gelockt.  Die Wizzair war bereits einige Tage vor der Schließung von Modlin wieder zum Chopin-Flughafen zurückgezogen, weil das versprochene Instrumentenlandesystem in Modlin immer noch fehlt. Dadaurch hatten die Ungarn zu viele Flugausfälle wegen Nebels zu beklagen.  Modlin entstehen für jeden Tag der Schließung allein Gebührenausfälle von fast 40.000 Euro. Vor der Schließung waren rund 800.000 Passagiere in Modlin abgefertigt worden.

Nach der provisorischen Reparatur der Landebahn mit Granulat ist der Flughafen Modlin am 8. Januar 2013 durch die Luftbehörde inspiziert worden, doch dverlangte die Luftfahrtbehörde vor einer Öffnung noch das Gutachten eines unabhängigen Instituts über die Qualität der Arbeiten. Ryanair und Wizzair haben inzwischen angekündigt, den Flugbetrieb ab und nach Modlin am 22. Januar wieder aufzunehmen. Vermutlich  muss die marode Landebahn nach Ende der Frotsperiode im Frühjahr umfassend repariert werden, eine längere Schließung ist dann unumgänglich.

 

 

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".