Urlaub in Polen – Was man wissen muss

Ustka, einer der Traumstände Polens, Foto: Maria Golinski, CC BY 2.5 wikimedia commons

Ustka, einer der Traumstände Polens, Foto: Maria Golinski, CC BY 2.5 wikimedia commons

Seit dem EU-Beitritt im Jahr 2004 hat sich Polen zu einem echten Geheimtipp für Urlauber entwickelt. Das osteuropäische Land bietet eine unglaubliche Fülle an Möglichkeiten. Von malerischen Ostseestränden über belebte Großstädte wie die Hauptstadt Warschau bis hin zu historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten wie etwa das Freiluftmuseum im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz oder die Altstadt in Krakau. Ganz gleich, wo die Reise hingeht, bei einem Urlaub in Polen sind in jedem Fall einige Dinge zu beachten. Nicht alles läuft dort genauso wie in Deutschland.

Unkomplizierte Einreise aber strenge Alkoholvorschriften

Die Einreise nach Polen könnte für EU-Bürger kaum einfacher sein. Für den Grenzübertritt reicht ein einfacher Personalausweis, mehr ist nicht nötig. Wer mit Kindern reist, die noch keinen solchen Ausweis besitzen, benötigt für die Kleinen einen Kinderreisepass. Übrigens kommen Kontrollen am Grenzübergang kaum noch vor, sie sind aber auch nicht völlig auszuschließen.

Einmal in Polen angekommen, ist im Urlaub in Polen auf den Konsum von Alkohol zu achten. Hier gelten strenge Gesetze, deren Nichteinhaltung schnell zu vierstelligen Strafen führen kann. Autofahrer verzichten am besten komplett auf Alkohol, denn die Promille-Grenze in Polen liegt bei nur 0,2. Dieses Niveau kann schon mal mit nur einem Bier überschritten werden. Außerhalb des Autos ist der öffentliche Konsum von Alkohol ebenfalls untersagt. In dieser Hinsicht sind unsere polnische Nachbarn also deutlich strenger als wir.

Polens Landeswährung: der Zloty

Obwohl Polen der EU beigetreten ist, kommt dort (noch) nicht der Euro als Zahlungsmittel zum Einsatz. Stattdessen wird der Zloty benötigt, um bezahlen zu können. Damit müssen auch die Mautgebühren bezahlt werden, die sich stets nach der Länge einer Fahrt richten. Reisende müssen deshalb darauf achten, stets etwas Bargeld in der Landeswährung mit sich zu führen. Das ist aber nicht weiter schlimm, da Geld abheben in Polen ohne Probleme möglich ist.

Sowohl mit EC- als auch Kreditkarte können Tausende Geldautomaten im ganzen Land genutzt werden. Wichtig ist nur darauf zu achten, dass die Abhebung in Zloty geschieht und nicht automatisch in Euro umgerechnet wird. Dies ist in den allermeisten Fällen deutlich günstiger. Außerdem verlangt die eigene Hausbank womöglich ein Entgelt für das Abheben von Geld im Ausland, vor allem bei EC-Karten ist das fast immer der Fall. Pro Buchung werden in der Regel zwischen 5 und 10 Euro fällig. Umgehen lässt sich eine solche Gebühr zum Beispiel mit einer Auslandskreditkarte.

Von Krankenversicherungen und Handygesprächen

Nur die wenigsten Urlauber schreiben heute noch Postkarten aus dem Urlaub. Sie bleiben lieber per Whatsapp und Co. mit ihren Lieben zu Hause in Verbindung. Zumindest Telefonate und SMS sind dabei sogar erstaunlich günstig. Dank EU-weiter Roamingbestimmungen darf ein Gespräch pro Minute maximal 5 Cent mehr kosten als der nationale Tarif. Wer Anrufe annimmt, zahlt gut einen Cent pro Minute. Eine SMS darf höchstens 2 Cent mehr kosten als im nationalen Tarif. Teuer kann es allerdings bei Internetverbindungen werden. Hier können die Betreiber zusätzlich zum nationalen Tarif bis zu 5 Cent pro Megabyte berechnen. Das Betrachten eines 10-Minuten-Clips auf Youtube würde damit schon mehr als 2 Euro kosten. Im Urlaub auf Polen empfiehlt es sich deshalb, das Internet via Mobilfunk zu deaktivieren und sämtliche Online-Aktivitäten auf das WLAN im Hotel oder an einem anderen HotSpot zu verlagern.

Die Krankenversicherung ist in Polen zumeist kein Problem. Gesetzlich Versicherte benötigen keine Auslandskrankenversicherung, da in Polen die europäische Krankenkarte gültig ist. Behandlungen sind also für Versicherte im Rahmen der Versicherungsbestimmungen kostenfrei möglich. Privat Versicherte müssen jedoch die Kosten zunächst selbst bezahlen und anschließend eine Rechnung verlangen, die sie zu ihrer Versicherung schicken müssen.

Hohe Sicherheit für Urlauber

Entgegen anders lautender Gerüchte erfreuen sich Urlauber in Polen an einem hohen Maß an Sicherheit. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das Nachbarland kaum von hiesigen Maßstäben. Gerade in Großstädten ist aber natürlich etwas gesunder Menschenverstand angebracht.

Es ist empfehlenswert, nicht zu viel Bargeld mit sich zu führen und allzu wertvolle Schmuckstücke nicht zu offensichtlich zur Schau zu stellen. Darüber hinaus müssen sich Urlauber aber über nichts Gedanken machen.

Vor Reiseantritt lohnt sich ein kurzer Blick auf die Internetseiten des Auswärtigen Amtes. Dort erhalten Urlauber stets einen aktuellen Überblick über mögliche Gefahren in Polen und andere Länder der Welt, dazu auch über bestimmte Regionen, die lieber gemieden werden sollten.  In Polen fällt keine Region unter solche Sicherheitsbedenken.

 

 

Über Brigitte Jaeger-Dabek 1450 Artikel
Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".