Historische Fabrik- und Wohnanlage Ksiezy Mlyn in Lodz erneuert

Wohn- und Fabrikkomplex Ksiezy Mlyn in Lodz, Foto: Olchasosna, CC-BY-SA-3.0-PL

Wohn- und Fabrikkomplex Ksiezy Mlyn in Lodz,

Im historischen Wohn- und Fabrikkomplex Ksiezy Mlyn am Rande des Stadtzentrums von Lodz wurde der erste Abschnitt der Revitalisierung beendet. Das für den Textilfabriken Karl Scheibler errichtete Viertel zählt zu den wichtigsten Beispielen für die stürmische industrielle Entwicklung der Stadt im 19. Jahrhundert und wurde unlängst gemeinsam mit anderen Bauten zum nationalen Geschichtsdenkmal Polens erklärt.

In der Fabriksiedlung, einst für die Arbeiter der Spinnerei von Karl Scheibler errichtet, wurden die ersten drei Wohngebäude und die Außenanlagen erneuert. Die Straße ul. Ksiezy Mlyn zieren nun 30 Lampen im Stile historischer Gaslaternen. Darüber hinaus erhielt sie ihren ursprünglichen Belag zurück, bekam neue Gehwege und an der Mündung in die ul. Przedzalniana wurde das historische Eingangstor rekonstruiert. Zwischen der einstigen Schule und einer ehemaligen Eisenbahntrasse entstand zudem ein neues Freizeit- und Erholungsgelände mit Bühne, Grünflächen und Parkbänken, das künftig für Veranstaltungen und Freilichtkinovorführungen genutzt werden soll. Ein neuer Radweg verbessert die mobile Infrastruktur des Geländes. Ein Teil des Wohnraums in den renovierten Wohngebäuden wurde zu Künstlerateliers umgebaut. Bereits jetzt haben hier Bildhauer, Fotografen und Designer ihre Werkstätten eingerichtet. Darüber hinaus gibt es ein neues Café und eine Galerie. In einem weiteren Haus eröffnete eine Touristeninformation.

In einem zweiten Schritt sollen noch einige der rund 20 aus Backstein errichteten Arbeiterhäuser renoviert werden, ebenso Höfe, Wirtschaftsgebäude sowie die wichtigsten Wege und Straßen von Ksiezy Mlyn. Der Abschluss der gesamten Arbeiten ist für 2019 vorgesehen. Bis dahin soll das Viertel einen eigenen Club sowie grüne Parkflächen und einen weiteren Rad- und Fußwanderweg erhalten. Die Gesamtkosten werden auf etwa 16 Millionen Euro geschätzt.

Nur rund einen Kilometer entfernt entsteht derzeit auf der ehemaligen Strickfabrik von Maurycy Hirszman das erste grüne Dach der Stadt mit Café und Aussichtsterrasse. Es hat eine Fläche von 1.500 Quadratmetern und soll über einen Aufzug erreichbar sein. Das Dach soll bereits bis Ende des Jahres fertiggestellt sein, das Fabrikgebäude wird noch bis 2017 erneuert. Es soll vor allem Platz für Kunst, Kultur und Gastronomie bieten. Bereits jetzt befinden sich dort einige Einrichtungen der Off-Szene. Die Kosten für die Modernisierung belaufen sich auf rund vier Millionen Euro.

 

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Brigitte Jäger-Dabek kennt Polen seit vielen Jahren und ist als freie Journalistin Polen-Expertin. Sie ist Autorin des preisgekrönten Buchs "Länderporträt Polen".